2. April 2026, 21:12

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Welttag für das Ende des Speziesismus

Jedes Jahr im Sommer findet ein Welttag für das Ende des Speziesismus statt.

Die Artengrenze ist und darf keine moralische Grenze sein: Deswegen muss sich unsere Gesellschaft dahingehend entwickeln, dass Tiere in moralische Abwägungen einbezogen werden.

Die Verhaltensforschung zeigt auf, dass Tiere Gefühle empfinden und vollwertige Individuen sind. Aufgrund ihres Status als Eigentum kann man sie jedoch kaufen und verkaufen, als ob es sich um blosse Waren handeln würde. Unter diesen Umständen besteht die Tendenz, dass die belanglosen Interessen des Besitzers oder der Besitzerin für wichtiger gehalten werden als die fundamentalen Interessen des Tiers. Diese Situation ist ungerecht, Tiere sind keine Objekte und sollen folglich nicht als Eigentum anderer angesehen werden dürfen.

Als Rechtspersönlichkeiten werden selbst abstrakte und künstliche Einheiten anerkannt, wie zum Beispiel Firmen. Tiere hingegen, also fühlende, reale Lebewesen, welche über eigene Vorlieben, Wünsche und eine Persönlichkeit verfügen, geniessen diesen Status nicht. Ein Umdenken ist notwendig.

Zudem müssen die Interessen der Wildtiere vor Gericht von Tierschutzorganisationen vertreten werden können. Dies von spezialisierten StaatsanwältInnen, nicht aber von Hobby-Jägern.

Wir verlangen vom Parlament und den juristischen Instanzen, dass sie einen neuen juristischen Status für Wildtiere formulieren und konkretisieren. Dieser Status soll sich vom Status als Ressource entfernen und erlauben, dass Tiere als empfindungsfähige Lebewesen betrachtet werden, deren Interessen vom Gesetz beschützt werden können.

Tierliebe durch Bildung – Speziesismus-Prävention

Viele Länder betreiben Prävention gegen Sexismus und Rassismus. Es ist notwendig, dasselbe mit dem Speziesismus zu tun. In den Zeiten einer ökologischen Krise ist es umso wichtiger, die Öffentlichkeit aufzuklären, dass die Menschen diesen Planeten mit anderen BewohnerInnen teilen, welche ebenfalls Gefühle haben, welche zu respektieren sind. So kann unter anderem Kindern in der Schule der Respekt vor dem tierischen Leben vermittelt werden. Auf diese Weise würde eine gemeinsame Moral in der zivilisierten Gesellschaft Gestalt annehmen: Es kann nicht sein, dass einigen Lebewesen Gewalt angetan werden darf, bloss weil sie anders sind.

Die IG Wild beim Wild fordert weltweite Informationskampagnen zur Prävention von Speziesismus, um alle Mitmenschen zum Respekt gegenüber tierischem Leben zu sensibilisieren. In diesem Rahmen fordern wir Bildungsorte und verantwortliche Institutionen dazu auf, ein Modul zum Thema Respekt gegenüber Tieren und Prävention von Speziesismus durchzuführen.

Für die Achtung von Individuen – Tiere sind keine Ressourcen

Wildtiere sind weder blosse Glieder in einem Ökosystem, noch sind sie «natürliche Ressourcen» für Hobby-Jäger. Sie haben ebenso wie Menschen das persönliche Interesse, nicht zu leiden und eine Umwelt zu haben, die es ihnen erlaubt, ihr Dasein zu geniessen. Wildtiere sind Individuen, deren konkrete Interessen respektiert werden müssen, auch wenn sie keiner vom Aussterben bedrohten Art angehören.

Menschen sind nicht die einzigen empfindsamen Wesen auf dieser Erde, und es ist an der Zeit aufzuhören, die Interessen der Wildtiere während der Jagd zu missachten. Wir müssen uns zu einer Gesellschaft hin entwickeln, die sich um eine gute Bewirtschaftung unseres Planeten sorgt, im Interesse all seiner fühlenden Bewohnerinnen und Bewohner.

Die heutige Hobby-Jagd zerstört das normale soziale Zusammenleben der Wildtiere, das ökologische Gleichgewicht, die natürlichen Verhaltensweisen, Familienstrukturen und Sozialverbände, Benutzung von Bauten und Verstecken, Wechsel von Tag– zur Nachtaktivität, erhöhte Reproduktion bestimmter Tierarten, verstärkte Abwanderung in nicht bejagte Siedlungsgebiete, unnatürliche Tierkonzentrationen in Hotspots, ökologisches Ungleichgewicht, lebenslanger gesundheitsschädigender psychischer und physischer Stress der Wildtiere, ungesundes Wildfleisch und vieles negative mehr.

Wildtieren wird ihr Recht auf Leben aufgrund des von Menschen vorgegebenen ökologischen Gleichgewichts per diffusen und unwissenschaftlichen Jagdgesetzen abgesprochen. Das ist gelebter Speziesismus, was so viel heisst: Der Mensch zeigt mit seiner Haltung Wildtieren gegenüber einmal mehr, dass er überzeugt ist, dass er als aufgrund seiner Art allen anderen Spezies überlegen ist und diese deshalb behandeln kann, wie er will. Diese Haltung ist mehr als verwerflich und darf nicht mehr länger akzeptiert werden. Auch Wildtiere haben ein Recht, zu leben.

Die rückwärtsgewandte Jagdpolitik beschädigt das ökologische Gleichgewicht, schadet dem Forst, dem Schutzwald und dem internationalen Ansehen der Schweiz. Das Ansehen eines Landes, das sich gerne rühmt, das beste Tierschutzgesetz der Welt zu haben.

Frauen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden von Hobby-Jägern radikalisiert und in ein Netzwerk von Gewalt und Lebensverachtung aufgenommen. Die Opfer werden teils schon im Kindesalter schleichend zu Mitgliedern formiert. Anhand von verkrüppelten Ideologien des Jägerlateins durchlaufen die Sinnsuchenden eine Ausbildung, um gewalttätige Aktionen im Tierreich auszuführen. Füchse, Marder, Murmeltiere etc. sind dabei nur Beiwild bei ihren Aktivitäten. Die Gesichter der abgehackten Köpfe der toten Wildtiere publizieren Hobby-Jäger stolz anhand von Bildern, Videos und Statistiken.

Das militante Propagandamaterial der Hobby-Jäger für diesen Zweck ist in den Medien breit gestreut und für die normalen Bürger einsehbar. Die Hobby-Jagd gibt der Tierquälerei einen Namen.

Was früher im Kanton Genf in der Schweiz hunderte Hobby-Jäger minderwertig gemacht haben, erledigen heute 11 Wildhüter, die sich 3 Vollzeitstellen teilen, nebst vielen anderen Aufgaben vorbildlicher.

Wir fordern, dass in allen die Umwelt betreffenden Entscheidungen die Interessen der Wildtiere einbezogen werden, insbesondere deren Interesse an einem unversehrten Leben in einem lebenswerten Milieu.