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Jagdgesetz

Hobby-Jäger wollen Schneehuhn nicht geschützt sehen

Tessiner Donald Trump und Vorstandsmitglied des militanten Verbandes "Jagd Schweiz" will das Rebhuhn weiterhin meucheln.

Redaktion Wild beim Wild — 11. September 2019

Einige Vögel und Säugetiere, die nach dem Jagdgesetz ausserhalb von Schonzeiten jagdbar wären, dürfen dennoch nicht gejagt werden, wenn der Kanton diese unter Schutz stellt oder sie für einen bestimmten Zeitraum als nicht jagdbar bezeichnet.

Das Rebhuhn (Perdix perdix), Schneehuhn (Lagopus muta) und die Waldschnepfe (Scolopax rusticola), die auf der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten stehen, sind Beispiele für diese Regelung. Die Kantone können auch die Schonzeiten verlängern oder die Liste der jagd- oder fangbaren Arten zeitweise einschränken («Moratorium»), wie dies in verschiedenen Kantonen für den Feldhasen (Lepus europaeus) oder die Äsche (Thymallus thymallus) geschehen ist. Die Kantone sind dazu verpflichtet, wenn der Schutz lokal bedrohter Arten dies erfordert. Sie können mit vorheriger Zustimmung des BAFU die Schonzeiten vorübergehend verkürzen, um zu grosse Bestände zu vermindern oder die Artenvielfalt zu erhalten.

Der Tessiner Umwelt- und Verkehrsdirektor, Claudio Zali, hat nun das Schneehuhn aus der Liste der jagdbaren Tierarten extrahiert.

Hobby-Jäger vom Jagdverband glauben hingegen, ein berechtigtes Recht vor dem Bundesgericht zu haben, eine Spezie, die in Schwierigkeiten ist, zum Spass zu töten. Die beim Bundesgericht eingereichte Berufung gegen diesen Regierungsentscheid, ein Moratorium zum Schutz des Schneehuhns einzuführen, zeigt einmal mehr das Wesen dieser Leute.

Sobald der gesunde Menschenverstand etwas zum Schutz der Natur macht, wird von der Hobby-Jägerschaft systematisch dagegen opponiert. Hobby-Jagd schützt und nützt bei einer genauen Analyse gar nichts!

«Beispielloses politisches Diktat»

Amateur-Jäger Fabio Regazzi zum Moratorium für das Schneehuhn
Fabio Regazzi

Der CVP-Nationalrat trat in der Vergangenheit wiederholt als Rädelsführer negativ in Erscheinung, auch wenn es um Tierschutz ging. So bekämpfte er massiv den Nationalpark Locarnese oder wollte die tierquälerischen Widerhaken beim Angeln erneut salonfähig machen. Während seiner Legislatur-Periode 2015–2019 hat er, genauso wie die anderen Hobby-Jäger im Parlament, zudem mehrheitlich gegen die Umwelt politisiert.

Das Schneehuhn steht seit 2010 auf der Roten Liste des Bundesamtes für Umwelt. Er ist an mehreren Stellen geschützt. Ich bin kein Wissenschaftler, aber ich denke, ich kann feststellen, dass das Schiessen einer Art weder die Aufrechterhaltung der Anzahl noch eine Zunahme begünstigt, und ich betrachte die Tatsache, dass ihr natürlicher Lebensraum unter den Auswirkungen der globalen Erwärmung leidet. Es sei denn, Sie möchten leugnen, dass es ein Problem gibt: So wie Trump, kann Regazzi es auch. Ich erinnere mich, dass es den Hobby-Jägern freigestellt ist, jährlich rund 3’500 Tiere verschiedener Art zu töten: Rebhuhnabschüsse im Jahr 2018 waren 15. Fünfzehn getötete Tiere, die nicht einmal gefressen werden: Bestenfalls werden sie gestopft oder weggeworfen. Sie werden nur zum Spass getötet.

Claudio Zali

Regierungspräsident Claudio Zali kommt in dem Artikel in der Tessiner Medienlandschaft zum Schluss, dass die Zusammenarbeit mit Hobby-Jägern nur in Ordnung ist, solange es sich um eine Einbahnstrasse zu Gunsten der Wildtierkiller handelt. Ansonsten pöbeln die Gewalttäter.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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