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Kriminalität & Jagd

60’000 Euro Strafe: Hobby-Jäger tötet Seeadler

Ein Hobby-Jäger in Frankreich wurde zu vier Monaten Bewährung und 60'000 Euro Schadenersatz verurteilt, weil er einen geschützten Seeadler tötete.

Redaktion Wild beim Wild — 28. Juli 2024

Ein 35-jähriger Hobby-Jäger wurde kürzlich von einem Gericht in Grenoble zu vier Monaten Haft auf Bewährung und mehr als 60’000 EUR Schadenersatz verurteilt, weil er einen geschützten Greifvogel, einen Seeadler, getötet hatte.

Der Vogel stammte aus dem Park ‚Les Aigles du Léman‚ in Hochsavoyen.

Die Verurteilung wegen „unerlaubter Zerstörung einer geschützten Art“ führte ausserdem dazu, dass ihm der Jagdschein entzogen wurde und er drei Jahre lang keine Waffe besitzen und tragen darf.

Er wurde ausserdem dazu verurteilt, den Vereinen zum Schutz der Artenvielfalt, die als Nebenkläger aufgetreten waren, insgesamt 61.301 EUR zu zahlen. Der 30-Jährige, der seinen Jagdschein seit etwa 15 Jahren besass, hatte am 24. Februar im Oisans-Massiv einen weiblichen Seeadler erschossen.

Sein 30-jähriger Halbbruder, der zum Zeitpunkt der Tat bei ihm war, wurde von der „Beihilfe zur Zerstörung einer geschützten Art“ freigesprochen, aber zu zwei Geldstrafen verurteilt. Die beiden Brüder hatten dem Vogel vier Federn entnommen. Sie wurden bei einer Durchsuchung in seinem Haus gefunden. Im Verhör gab er den Sachverhalt zu.

Am 24. Februar töteten diese beiden Männer bereits illegal zwei Hirsche.

Weniger als 30 in Frankreich

Der Vogel mit dem Namen ‚Morzine‘ war in Gefangenschaft im Park ‚Les Aigles du Léman‘ geboren worden. Er war im Rahmen eines nationalen wissenschaftlichen Programms zur Wiedereinführung des Seeadlers gezüchtet worden. Dieser Greifvogel ist der seltenste in Frankreich: Es gibt weniger als 30 Exemplare in Frankreich, sowohl in Gefangenschaft als auch in freier Wildbahn.

Die Entscheidung des Gerichts ‚zeigt, dass man sich des ökologischen Schadens bewusst wird und was es kostet, eine geschützte Art illegal zu schädigen‘, freute sich Eric Posak, Anwalt der Vogelschutzliga (LPO), an die der verurteilte Jäger 30.000 EUR für den ‚ökologischen Schaden‘ zahlen muss.

Jacques-Olivier Travers, Direktor des Vereins „Aigles du Léman“, freute sich, da unter Hobby-Jägern noch immer „das Gefühl der Straflosigkeit“ herrscht.

Seit 2022 wurden vierzehn Vögel aus dem Genferseepark freigelassen. Morzine ist der Dritte, der erschossen wurde.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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