Hobby-Jagd ist nicht die Lösung für Waldumbau
Weil sie oft nichts anderes zu fressen finden, knabbern Rehe im Wald Bäume an.
Dabei zerstören sie einen nicht unwesentlichen Teil der Jungbäume, die aber zum Umbau des Waldes wichtig sind.
Manche fordern jetzt, die Rehe abzuschiessen. Das muss aber nicht die Lösung sein.
Bejagung treibt Rehe in den Wald
Ilse Stroch, Leiterin des Lehrstuhls für Wildtierökologie und Wildtiermanagement an der Uni Freiburg, erklärt, dass im Wald häufig auch Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jäger sind, sodass sich Rehe verstecken. «Wo Rehe und Hirsche aufgrund starker Bejagung sehr scheu sind, meiden sie deckungsarme Flächen, selbst wenn sie gute Nahrung bieten. Sie bleiben dann im Wald, wo es ausser jungen Bäumen wenig zu fressen gibt», beschreibt Ilse Stroch das eigentliche Problem.
Aus der Argumentation der Forscherin ergibt sich, dass nicht Rehe den notwendigen Umbau der Wälder durch ihr Fressverhalten behindern. «Eigentlich ist der Mensch das Problem», fasst Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Vanessa Reske zusammen.
Weniger jagen, mehr Ruhe schaffen
Eine Lösung wäre es hingegen, das Verhalten der Wildtiere zu ändern. Dazu müsse man aber umdenken und eher weniger jagen. Parallel bräuchten die Rehe alternative Nahrungsquellen und geschützte Räume. Rehe ernähren sich auch gerne auf Lichtungen im Wald. Fühlen sie sich dort ungestört, kommen sie womöglich gar nicht – oder weitaus seltener – auf die Idee, an Bäumen zu fressen. Wildtierbiologinnen und Wildtierbiologen fordern deshalb, die Hobby-Jagd zu reduzieren und Wildruhezonen einzurichten.
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