Deutschland: 10 Jahre frei von terrestrischer Tollwut
Fuchsjagdverbot längst überfällig: Deutschland gilt seit zehn Jahren offiziell als tollwutfrei. Am 28. September 2008 hatte die Bundesrepublik der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) eine entsprechende Erklärung übergeben. Nicht die Jagd auf Füchse, sondern tierfreundliche Impfköder haben die gefährliche Krankheit ausgemerzt. Doch noch immer töten Jäger in Deutschland jährlich rund 400.000 der nützlichen Tiere. Als unhaltbare Begründung wird oft weiterhin die Tollwut angeführt. In Wahrheit werden die Füchse in der Regel von Hobbyjägern als Beutekonkurrenten betrachtet oder einfach als lebendige
Fuchsjagdverbot längst überfällig: Deutschland gilt seit zehn Jahren offiziell als tollwutfrei.
Am 28. September 2008 hatte die Bundesrepublik der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) eine entsprechende Erklärung übergeben. Nicht die Hobby-Jagd auf Füchse, sondern tierfreundliche Impfköder haben die gefährliche Krankheit ausgemerzt.
Doch noch immer töten Hobby-Jäger in Deutschland jährlich rund 400’000 der nützlichen Tiere. Als unhaltbare Begründung wird oft weiterhin die Tollwut angeführt. In Wahrheit werden die Füchse in der Regel von Hobby-Jägern als Beutekonkurrenten betrachtet oder einfach als lebendige Zielscheiben benutzt. Die Tierrechtsorganisation PETA fordert anlässlich des Jubiläums ein bundesweites Verbot der Fuchsjagd.
«Es ist längst überfällig, die massenhaften Fuchstötungen auf den Prüfstand zu stellen. Viele Tiere werden zudem in Totschlagfallen qualvoll zerquetscht oder durch Fehlschüsse schwer verwundet. Das Töten von Tieren als Freizeitbeschäftigung ist nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar und muss endlich verboten werden.»
Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA
Hobby-Jagd auch aus wildbiologischer Sicht unnötig
Die Hobby-Jagd auf Füchse hat keinerlei regulierende oder reduzierende Auswirkungen auf die Population. Verluste werden rasch durch Zuwanderung und steigende Geburtenraten ausgeglichen. Anerkannte Wildbiologen bestätigen, dass die Hobby-Jagd aus ökologischer Sicht nicht notwendig ist. Dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge müssen Beutegreifer nicht durch menschliche Hobby-Jäger ersetzt werden, da sich im Wald wohnende Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten regulieren.
Artenschutz-Argument ist Augenwischerei
In Luxemburg ist die Hobby-Jagd auf Füchse bereits seit April 2015 verboten – negative Effekte sind nicht zu verzeichnen. Populationsrückgänge betroffener Tierarten, wie beispielsweise beim Feldhasen oder Rebhuhn, sind überwiegend auf den Lebensraumverlust und die Hobby-Jagd selbst zurückzuführen. Statt diese Tiere zu schützen, töten Hobby-Jäger in Deutschland jedoch jedes Jahr rund 200’000 Feldhasen und Hunderte Rebhühner. Füchse hingegen ernähren sich vornehmlich von Mäusen. Dennoch werden grosse Mengen hochgiftiger Substanzen auf deutschen Feldern ausgebracht.
Den mehr als 380’000 Hobby-Jägern in Deutschland stehen nur etwa 1’000 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüber. Mehr zum Tierschutzproblem der Hobby-Jagd und zu den Jagdmythen.
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