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Zoo

Kritik am Nürnberger Zoo: Tötung gesunder Paviane wegen Missmanagement

Der Tiergarten Nürnberg plant, mehrere gesunde Guinea-Paviane zu töten, da die Gruppe zu gross geworden sei.

Redaktion Wild beim Wild — 30. Mai 2025

Obwohl andere Einrichtungen bereit waren, die Tiere aufzunehmen, lehnte der Zoo eine anderweitige Unterbringung ab.

Jetzt sollen Tiere die Konsequenzen jahrelanger verfehlter Zucht- & Haltungspolitik mit ihrem Leben bezahlen, prangert Laura Zodrow von Pro Wildlife an. Das ist völlig inakzeptabel und verstösst gegen das Tierschutzgesetz. Der Tiergarten Nürnberg hätte schon vor Jahren dringend handeln müssen. Doch Alternativen zur Tötung – wie die Abgabe an andere Einrichtungen, ein sofortiger Zuchtstopp, eine Gehegeerweiterung oder sogar ein Neubau – wurden fahrlässig ignoriert, prangert Laura Zodrow von Pro Wildlife an.

Versagen in der Verantwortungspflicht

Der Nürnberger Zoo züchtet seit Jahrzehnten Guinea-Paviane. Die Folge: In einem Gehege, das ursprünglich für 25 Tiere konzipiert wurde, leben mittlerweile 45 Paviane – eine Überbelegung von 80 Prozent. Die Konsequenzen der beengten Haltung sind offensichtlich: Stress und Auseinandersetzungen unter den Tieren. Anstatt das hausgemachte Problem verantwortungsvoll und vorausschauend zu lösen, will der Zoo nun mehrere Paviane töten.

Millionen für Neubauten statt für bestehende Tiere

Besonders empörend: Während die Paviane wegen Platzmangels sterben sollen, investiert der Zoo Millionen Euro in die Sanierung des Giraffenhauses, um zukünftig mehr Tiere anschaffen und züchten zu können. „Diese Doppelmoral ist unerträglich“, so Zodrow. „Jeder private Tierhalter, der seine Hunde aus Platzmangel einschläfern und gleichzeitig neue Katzen anschaffen würde, müsste mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.“

Tötung ohne «vernünftigen Grund» rechtswidrig

Nach Einschätzung von Pro Wildlife verstösst die geplante Pavian-Tötung gegen das Tierschutzgesetz, das eine Tötung ohne vernünftigen Grund als Straftat ahndet. Die Tötung gesunder Tiere aufgrund selbst verschuldeter Haltungsmängel und Platzprobleme erfüllt diesen «vernünftigen Grund» nicht. Die Tierschutzorganisation fordert den Tiergarten Nürnberg auf, die Tötungspläne sofort zu stoppen und stattdessen eine verantwortungsvolle Lösung zu suchen – etwa durch Abgabe der Tiere an andere Einrichtungen, Gehegeerweiterungen und den Stopp der weiteren Zucht.

„Zoos werben gerne mit ihrem angeblichen Beitrag zum Artenschutz», erklärt Zodrow. „In Wahrheit zeigt sich hier ihre Entsorgungsmentalität: Was wirtschaftlich unbequem wird, wird einfach getötet.» Pro Wildlife wird Strafanzeige gegen den Tiergarten Nürnberg erstatten, falls dieser die Tötung der Affen wirklich vollziehen sollte.

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