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Tierwelt

Deutschland: Grösster Tierschutzskandal der Geschichte

Der Tierschutzskandal weitet sich durch Aussagen der angeklagten ehemaligen, amtlichen Tierärzte des Landkreises Osnabrück zu einem massiven Fleischskandal aus.

Redaktion Wild beim Wild — 18. Januar 2023

Prozess gegen zwei Tierärzte

Die juristische Aufarbeitung des grössten Tierschutzskandals Deutschlands geht voran.

Bad Iburg: Prozess gegen zwei Tierärzte (16.1.2023)

Zahllose schwer kranke und verletzte Tiere aus der ganzen Republik waren in Bad Iburg illegal geschlachtet worden. Die Tierärzte müssen sich wegen des Verdachts auf Tierquälerei verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Veterinären vor, als amtlich eingesetzte Tierärzte auf dem Schlachthof nichts gegen Tierquälereien unternommen zu haben, die durch Videos von Tierschützern im Jahr 2018 aufgedeckt worden waren. Zu sehen sind teils kranke und alte Tiere, die nicht mehr in der Lage waren, zu gehen. Sie wurden mit Seilwinden unter grossen Schmerzen aus den Tiertransportern gezogen.

Ohne Lebendbeschau keine Freigabe

«Das bedeutet, dass kein Gramm dieses Fleisches in den menschlichen Verzehr hätte gehen dürfen. Das betrifft Tausende Tonnen produziertes Fleisch. Vieles davon von schwer kranken Tieren. Das ist ein katastrophales Versagen vom Amt, das personelle Konsequenzen haben muss», fordert SOKO Tierschutz Sprecher Mülln.

Der Prozess offenbarte auch andere heikle Details. Amtliche Stempel, die zur freien Verfügung offen herumlagen, Schlachter, die staatliche Tierärzte bedrohen und rauswerfen.

Staatliches Überwachungssystem versagt

Ohne eine Begutachtung der angelieferten lebenden Schlachttiere hätten die Tiere gar nicht erst zur Schlachtung zugelassen werden dürfen, sagte der Leiter des Veterinärdienstes des Kreises Osnabrück. Tot angelieferte Tiere dürften grundsätzlich nicht geschlachtet werden.

«Das zeigt, dass das staatliche Überwachungssystem der Fleischbranche völlig versagt und von der Politik dringend eingegriffen werden muss. Der Kunde hat es in der Hand. Der Tofuburger hat solche Probleme nicht», so Friedrich Mülln. Mehr zum Tierschutzproblem.

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