15. Juni 2026, 20:36

Suchen

Jagd

Deutscher Hobby-Jäger tötet Menschen in Kanada

Ein deutscher Hobby-Jäger wird in Kanada wegen Totschlags angeklagt. Er soll bei der Jagd in Manitoba einen 59-jährigen Mann erschossen haben.

Redaktion Wild beim Wild — 8. Oktober 2021

Ein deutscher Wildtierkiller ist von der Royal Canadian Mounted Police (RCMP) wegen Totschlags angeklagt worden.

Er soll Oleg Unruh, 59, bei der Hobby-Jagd im ländlichen Manitoba getötet haben.

Erschossen bei der Bärenjagd

Laut einer Pressemitteilung der RCMP erhielt das Lac du Bonnet Büro einen Anruf über einen Mann mit einer Schusswunde in einem Waldgebiet in der Nähe des Dorfes Elma, etwa 100 Kilometer östlich von Winnipeg.

Die Ermittlungen ergaben, dass das Opfer von einem 45-jährigen Hobby-Jäger gegen 20:00 Uhr erschossen wurde, der in diesem Gebiet auch auf der Hobby-Jagd war. Das Opfer und der Täter kannten sich nicht. Offenbar kannte der Schütze weder die örtlichen Jagdgesetze noch hatte er seine Jagdberechtigung oder ein Sicherheitszertifikat nachgewiesen.

Der 45-jährige Carsten Aust, ein deutscher Staatsbürger, wurde am 6.10.2021 verhaftet und musste in Winnipeg wegen Totschlags vor Gericht erscheinen.

Es ist überhaupt nicht schwer, einen Bären von einem Menschen zu unterscheiden. Besteht für den Wildtierkiller auch nur ein Hauch eines Zweifels bezüglich des Ziels, so darf er den Abzug nicht tätigen. Er hätte auch Spaziergängerinnen, Sportler oder ein Kind treffen können.

«Offenbar haben sie Bären gejagt», sagte ein Anwohner.

Update 10.7.2022: Zwei Jahre Gefängnis

Carsten Aust besass weder einen Waffen- noch einen Jagdschein, und sein Freund war kein Jagdausrüster.

«Ich möchte betonen, dass es sich hier nicht um einen Jagdunfall handelt, sondern um Wilderei», sagte Chris Benson, der bei der Manitoba Wildlife Federation Jagdsicherheitskurse gibt.

Aust, 46, bekannte sich des fahrlässigen Gebrauchs einer Schusswaffe und des Gebrauchs einer Schusswaffe bei der Begehung einer strafbaren Handlung für schuldig. Er kehrte freiwillig aus Deutschland nach Winnipeg zurück, um sich der Justiz zu stellen. Diese verurteilte ihn im April zu zwei Jahren Gefängnis.

Richterin Victoria Cornick bezeichnete Unruhs Tod als «ausserordentlich tragisch», lehnte es aber ab, ihn als Unfall zu bezeichnen.

«Was hier passiert ist, war ein kriminelles Vergehen», sagte Cornick. «Menschen werden nicht für Unfälle verurteilt. Aust hat unvorsichtig gehandelt.»

Es wird erwartet, dass Aust nach Beendigung seiner Freiheitsstrafe nach Deutschland abgeschoben wird.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

LASS UNS IN VERBINDUNG BLEIBEN!

Wir möchten dir gerne die neuesten Neuigkeiten und Angebote im Newsletter zukommen lassen.

Unterstütze unsere Arbeit

Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Jetzt spenden