Die Capellino-Stiftung sagt dazu: Schluss mit dem absurden Schauspiel.
Denn während die Politik Jagdromantik predigt, sieht die Realität eher aus wie ein schlecht geschriebener Western, mit Wildschweinen in der Nebenrolle und der Natur als Kollateralschaden.
Der Gesetzentwurf Nr. 1552 soll das Jagdgesetz 157/92 „anpassen“. Übersetzt heisst das: mehr Schüsse, weniger Schutz. Nur dumm, dass 70 % der Bevölkerung laut Ipsos- und Piepoli-Umfragen das ganz anders sehen. Aber seit wann interessiert Mehrheitsmeinung Politiker, wenn irgendwo ein Jägerverein eine Grillwurst zückt?
Nichts rechtfertigt die Jagd, ausser vielleicht das Ego
Über 210’000 Menschen verfolgten die Veranstaltung „Nichts rechtfertigt die Jagd“ live. Das sind etwa 200’000 mehr, als bei einer typischen Jägerschaftsversammlung mit gratis Gulasch auftauchen.
Stiftungspräsident Pier Giovanni Capellino bleibt sachlich, erstaunlich sachlicher, als es die Situation verdient:
Wir wollen die Jagd nicht verbieten, sondern verhindern, dass neue Gesetze den Schaden vergrössern.
Ein Satz, der klingt, als wolle man einen Brand nicht löschen, sondern wenigstens verhindern, dass die Feuerwehr noch Benzin draufkippt.
Wissenschaft statt Waidmanns-Weisheiten
Die Capellino-Stiftung setzt auf Fakten. Eine unabhängige Kommission aus echten Expertinnen und Experten soll künftig das Thema Jagd wissenschaftlich untersuchen, also Menschen mit Mikroskop statt Zielfernrohr.
Denn die Mythen der Jägerschaft halten sich zäh wie Bleirückstände im Wildbret:
- „Wir schützen die Artenvielfalt!“ – Indem man sie dezimiert?
- „Wir sind Naturschützer!“ – Mit Schalldämpfer?
- „Ohne uns gäbe es zu viele Tiere!“ – Ohne euch gäbe es vielleicht zu viele Argumente.
Tatsächlich zeigen Ökologen weltweit: Die Natur reguliert sich selbst, wenn man sie lässt. Nur stört das eben jene, die sich gern als „Gottes Stellvertreter im Wald“ aufführen.
Politik im Jagdfieber
Abgeordnete Eleonora Evi traf bei der Veranstaltung den Nagel auf den Kopf (und nicht das Wildschwein):
Die Vorstellung, dass Jagd zum Schutz der Biodiversität beiträgt, ist wissenschaftlich unbegründet.
Das hindert manche Parlamentarier nicht daran, sich als Öko-Helden zu inszenieren, während sie die Flinte im Schrank polieren. Offenbar reicht in Italien wie anderswo schon ein Jagdschein, um plötzlich zum „Naturmanager“ zu werden, eine Berufsbezeichnung, die es in der Realität etwa so häufig gibt wie bleifreie Hobby-Jäger.
Jagd – das letzte Refugium männlicher Mythen
Hand aufs Herz: Die Hobby-Jagd ist längst kein „notwendiges Handwerk“ mehr, sondern eine Ersatzhandlung für jene, die Natur nur in Form von Trophäen verstehen. Wenn Hobby-Jäger erzählen, sie „lieben die Tiere“, dann klingt das ein wenig wie:
Ich liebe meine Frau – besonders als Tapete.
Und wenn Jagdverbände erklären, sie „kämpfen für den Artenschutz“, dann ist das, als würde McDonald’s den Tierschutzpreis vergeben.
Capellino-Stiftung: Fakten statt Flinten
Die Stiftung fordert daher eine wissenschaftlich fundierte, unabhängige Kommission, frei von Lobbyismus, Ideologie und Stammtischweisheiten. Ziel: die Realität verstehen, nicht verklären. Denn das grösste Problem der Hobby-Jagd ist nicht das Wild, sondern das Weltbild.
Es geht um Biodiversität, Gemeinwohl und Verantwortung. Dinge, die man nicht schiessen, sondern nur schützen kann.
Capellino sagt es deutlich:
Wir haben nichts zu gewinnen, aber alles zu verteidigen: das Recht der kommenden Generationen, im Einklang mit der Natur zu leben.
Ein Satz, der in Jägerkreisen vermutlich als „radikal“ gilt. Dort, wo man glaubt, dass ein Schuss in den Wald irgendwie „Balance“ schafft.
Fazit: Schluss mit der Mär vom grünen Abzug
Die Jagd ist kein Naturschutz, sondern ein Hobby mit blutigen Nebenwirkungen. Die Capellino-Stiftung erinnert uns daran, dass echter Umweltschutz auf Wissen basiert, nicht auf Waidmannsgarn.
Während die einen noch träumen, sie seien „Hüter des Waldes“, arbeitet die Stiftung an einer Zukunft, in der der Wald keine Hüter mit Waffen mehr braucht.
Denn die Natur braucht keine Retter in Camouflage, sie braucht nur, dass man endlich aufhört, auf sie zu schiessen.





