China: Weltgrösstes Schweinefleisch-Hochhaus eröffnet
In China ging eine 26-stöckige Schweinehalle in Betrieb. Experten warnen vor erhöhtem Zoonose-Risiko durch Massentierhaltung.
26-stöckige Schweinehalle in Betrieb
Die intensive Tierhaltung stellt eine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar, doch die Nachfrage nach Schweinefleisch treibt das Wachstum weiter voran.
In der chinesischen Provinz Hubei ist jetzt eine 26-stöckige Schweinehalle in Betrieb. Die Anlage wird als umweltfreundlicheres Konzept für die Fleischproduktion bezeichnet. Experten warnen jedoch vor einem erhöhten Risiko von Zoonosen und haben auch ethische Bedenken.
Die Anlage ist die grösste ihrer Art in der Welt. Sie soll eine Schlachtkapazität von bis zu 1,2 Millionen Schweinen pro Jahr haben. Sie wurde gebaut, um Chinas wachsende Nachfrage nach Schweinefleisch zu befriedigen. Die Zucht begann im Oktober 2022, als fast 4’000 weibliche Schweine in die Anlage gebracht wurden. Vollständig in Betrieb bietet sie Platz für insgesamt 650’000 Tiere.
Vom Zement zu Schweinen
Das Unternehmen hinter dem Betrieb ist neu im Schweinesektor. Zuvor hatte es in die chinesische Zementindustrie investiert. Die Anlage ist hoch automatisiert und wird als umweltfreundliches Projekt angepriesen. Die Abfälle der Schweine werden verarbeitet und zu Biogas wiederverwendet.
Infolge des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest 2018 mussten Millionen von Schweinen gekeult werden. Experten haben jedoch erklärt, dass weniger Fleisch der Schlüssel zu einer nachhaltigen Zukunft ist und nicht die Intensivierung der Produktion.
«Dies ist eine beunruhigende Nachricht aus China», sagte Nick Palmer, Leiter von Compassion in World Farming UK. «Anstatt neue Wege zu entwickeln, mehr tierische Produkte zu produzieren, müssen wir alle weniger, aber besseres Fleisch konsumieren. In einer Welt des wachsenden Klimas und der Pandemien sollten wir daran arbeiten, die Massentierhaltung zu beenden, anstatt noch intensivere Megafarmen zu planen.»
Sorge über Krankheitsrisiken
Obwohl das chinesische Ministerium für Landwirtschaft den Bau von Schweinehochhäusern genehmigt hat, haben Umweltexperten das Vorhaben in Frage gestellt. Sie vermuten, dass sich eine Infektion, sollte sie ihren Weg in eine Hochhausanlage finden, ungehindert ausbreiten würde.
«Je höher die Dichte der Tiere ist, desto höher ist das Risiko der Ausbreitung und Vermehrung von Infektionserregern sowie das Potenzial für Mutationen», sagte Dirk Pfeiffer, Lehrstuhlinhaber für One Health an der City University of Hong Kong. «Die wahrscheinlich noch wichtigere Frage wird sein, ob diese Art der Produktion mit der Notwendigkeit vereinbar ist, den Fleischkonsum zu reduzieren, angesichts der Bedrohung durch einen verheerenden Klimawandel.»
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