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Kriminalität & Jagd

Hobby-Jäger jagte am Schontag im Kanton Schwyz

Wie jedes Jahr fand im September die Jagd auf Gämse im Kanton Schwyz statt.

Redaktion Wild beim Wild — 26. April 2025

Es wurden insgesamt 331 Gämsböcke, Gämsgeissen und Jahrtiere erlegt.

Die Hobby-Jäger mussten dabei natürlich die Schontage beachten: Jeweils am Mittwoch sowie an Sonn- und Feiertagen darf nicht geschossen werden.

Da ein Hobby-Jäger an einem Schontag in Euthal ein Tier erlegt hat, wird er zur Kasse gebeten.

Gemäss dem rechtskräftigen Strafbefehl, auf den sich die Zeitung «Bote der Urschweiz» beruft, schoss der Mann am Mittwochmorgen das Wildtier.

Die Missachtung des Schontags hat nun weitreichende Konsequenzen. Der Mann wird zu einer Geldstrafe in Höhe von 200 Franken verurteilt. Zusätzlich muss er die Verfahrenskosten in Höhe von 340 Franken übernehmen.

Nach Auffassung der IG Wild beim Wild braucht es für Hobby-Jäger jährliche medizinisch-psychologische Eignungsgutachten nach dem Vorbild der Niederlande sowie eine verbindliche Altersobergrenze. Die grösste Altersgruppe unter den Hobby-Jägern ist heute 65+. In dieser Gruppe nehmen altersbedingte Einschränkungen wie nachlassende Sehfähigkeit, verlangsamte Reaktionszeiten, Konzentrationsschwächen und kognitive Defizite statistisch deutlich zu. Gleichzeitig zeigen Unfallanalysen, dass die Zahl schwerer Jagdunfälle mit Verletzten und Todesopfern ab dem mittleren Lebensalter signifikant ansteigt.

Die regelmässigen Meldungen über Jagdunfälle, tödliche Fehlhandlungen und den Missbrauch von Jagdwaffen verdeutlichen ein strukturelles Problem. Der private Besitz und Einsatz tödlicher Schusswaffen zu Freizeitzwecken entzieht sich weitgehend einer kontinuierlichen Kontrolle. Aus Sicht der IG Wild beim Wild ist dies nicht länger verantwortbar. Eine Praxis, die auf freiwilligem Töten basiert und zugleich erhebliche Risiken für Menschen und Tiere erzeugt, verliert ihre gesellschaftliche Legitimation.

Hobby-Jagd beruht zudem auf Speziesismus. Speziesismus beschreibt die systematische Abwertung nichtmenschlicher Tiere allein aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Er ist mit Rassismus oder Sexismus vergleichbar und weder kulturell noch ethisch zu rechtfertigen. Tradition ersetzt keine moralische Prüfung.

Gerade im Bereich der Hobby-Jagd ist kritische Prüfung unerlässlich. Kaum ein anderes Feld ist derart von beschönigenden Erzählungen, Halbwahrheiten und gezielter Desinformation geprägt. Wo Gewalt normalisiert wird, dienen Narrative oft der Rechtfertigung. Transparenz, überprüfbare Fakten und eine offene gesellschaftliche Debatte sind deshalb unverzichtbar.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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