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Kriminalität & Jagd

Drei Hobby-Jäger tot aufgefunden

In einem Waldgebiet bei Montagnareale (Nebrodi/Sizilien) wurden drei Männer, die gemeinsam zur Hobby-Jagd aufgebrochen waren, tot mit zahlreichen Schussverletzungen aufgefunden. Die Ermittlungen laufen, Hypothesen reichen von Unfall bis innere Gewalt. Dieser Vorfall verdeutlicht erneut die Risiken der Hobby-Jagd.

Redaktion Wild beim Wild — 29. Januar 2026

In den schwer zugänglichen Wäldern von Montagnareale in der Provinz Messina wurden am Mittwoch, den 28.1.2026, die leblosen Körper von drei Männern entdeckt, deren Körper trotz ihrer Jagdausrüstung von zahlreichen Schusswunden übersät waren.

Die Männer, die 25, 44 und 82 Jahre alt waren, hatten sich am Morgen zu einer Hobby-Jagd auf Wildschweine aufgemacht und kehrten nicht mehr zurück. Ein Bekannter, der keinen Kontakt zu ihnen bekam, alarmierte später die Notrufnummer 112, woraufhin Carabinieri und Staatsanwaltschaft eintrafen und die drei Leichen fanden.

Ungewöhnlich an diesem Fund ist die Lage der Körper: Sie lagen verteilt in einem Radius von rund hundert Metern, alle offenbar durch Schüsse getötet.

Der Fundort, die Monti Nebrodi, gehört zu den grössten geschützten Waldgebieten Süditaliens, reich an Flora und Fauna, und zieht regelmässig Hobby-Jäger an. Gleichzeitig ist die Region in der Vergangenheit auch von anderen Problemen geprägt gewesen: So wurden bei Blitz-Aktionen gegen illegalen Jagdbetrieb mehrere Jägergruppen mit beschlagnahmten Waffen und Munition gestoppt, ein Hinweis auf eine wenig kontrollierte Jagdkultur.

Die Ermittler der Staatsanwaltschaft von Patti, angeführt von Angelo Vittorio Cavallo, führen derzeit intensive Untersuchungen durch. Offiziell wird noch jede Hypothese in Betracht gezogen: von einem tragischen Jagdunfall über ein mögliches Verbrechen durch Dritte bis zu einem sogenannten doppelten Mord mit anschliessendem Suizid eines der Beteiligten. Dabei wurde bislang nur ein einziges Gewehr direkt am Ort gefunden, was Fragen zur Abfolge der Ereignisse aufwirft.

Aus jagdkritischer Perspektive ist dieser Vorfall mehr als nur ein weiterer Bericht über ein tragisches Ereignis: Drei Menschen, die einer Freizeitaktivität nachgehen, bei der sie bewusst tödliche Waffen im Gelände führen, sterben unter unklaren Umständen durch Schussverletzungen. Die Szene wirft systemische Fragen auf zur Ausbildung und Sicherheitskultur in der Hobby-Jagd. Wie solide sind die Vorschriften zur sicheren Handhabung von Schusswaffen im Wald? Wie oft werden Hobby-Jäger tatsächlich in Risikomanagement und Notfallverhalten geschult? Und weshalb werden diese Risiken, die nicht nur Wildtiere, sondern auch Menschenleben betreffen, von der Gesellschaft weitgehend akzeptiert und normalisiert?

Schon früh im Ermittlungsprozess mehren sich Indizien, dass die klassische Darstellung als «einfacher Unfall» nicht zwingend die einzige Erklärung sein muss. Einige Quellen sprechen von Hypothesen, die von gegenseitiger Gewalt im Jagdteam bis zu einer Verwechslung mit krimineller Aktivität reichen, obwohl die Behörden bislang keine Verbindungen zur organisierten Kriminalität bestätigen.

Dieser Fall reiht sich in eine Reihe von Fällen ein, in denen Freizeitjagden mit schweren oder tödlichen Folgen endeten. In Italien und anderen europäischen Ländern werden ähnliche Vorfälle immer wieder gemeldet, was Kritik an der Regulierung, Kontrolle und gesellschaftlichen Legitimation der Hobby-Jagd anheizt. Kritisierende fordern strengere Ausbildungen, regelmässige Sicherheitsprüfungen und offene Debatten über die Verantwortung, die mit dem Führen von Schusswaffen in unübersichtlichem Gelände einhergeht.

Ein Blick auf die jüngere Vergangenheit zeigt, dass Jagdausflüge immer wieder tödlich enden: Auf Sardinien wurden in der letzten Saison mindestens zwei junge Männer bei einem Jagdausflug durch versehentliche Schüsse getötet, als einer den anderen mit einem Jagdgewehr traf.

Die Carabinieri werden in den kommenden Tagen weitere Details zur Todesursache publizieren. Bis dahin bleibt dieser Fall ein düsteres Beispiel für die potenziell tödlichen Risiken, die mit der Freizeitpraxis Hobby-Jagd verbunden sind, Risiken, die nicht nur Tiere, sondern auch die Hobby-Jäger selbst betreffen.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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