2. April 2026, 16:52

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Bleifreie Jagd: Verbot von bleihaltiger Munition im Kanton

Jagdmunition soll im Kanton (………) vollständig bleifrei sein, um Wildtiere, Menschen und Umwelt vor der schleichenden Bleivergiftung zu schützen.

1. Motion

Der Regierungsrat wird beauftragt, dem Grossen Rat eine Vorlage zur Änderung des Gesetzes über Jagd und Wildtierschutz (………) sowie der Jagdverordnung (…………) zu unterbreiten, mit der im Kanton (………) der Einsatz von bleihaltiger Munition in der Jagd vollständig verboten wird. Die Gesetzesrevision hat insbesondere sicherzustellen, dass:

  • dass bei der Jagdausübung auf dem gesamten Kantonsgebiet nur noch bleifreie Munition verwendet werden darf, unabhängig von Jagdart, Wildart und Revierform.
  • dass das Verbot bleihaltiger Munition sowohl für patentierte Jägerinnen und Jäger als auch für allfällige Revierinhaber, Jagdgäste und weitere jagdausübende Personen gilt.
  • dass für die Verwendung von bleifreier Munition klare technische Mindestanforderungen und Qualitätsstandards festgelegt werden, welche eine tierschutzkonforme Tötungswirkung gewährleisten.
  • dass eine angemessene Übergangsfrist für die vollständige Umstellung auf bleifreie Munition vorgesehen wird, während der die Informations- und Beratungspflichten des Kantons gegenüber Jägerschaft, Waffenhandel und Schiessanlagen ausdrücklich geregelt werden.
  • dass während und nach Ablauf der Übergangsfrist wirksame Kontrollmechanismen geschaffen werden, zum Beispiel:
    • stichprobenartige Kontrollen durch Wildhut und weitere Vollzugsorgane
    • Dokumentationspflichten bei Abschussmeldungen
    • Sanktionsregelungen bei Verstössen.
  • dass der Regierungsrat ein Monitoring zur Bleibelastung in Umwelt und Nahrungskette einrichtet, insbesondere:
    • Untersuchung von Wildtierorganen und Greifvögeln auf Bleirückstände
    • Untersuchung von Wildbret, das in Verkehr gebracht wird, auf Bleibelastung.
  • dass der Regierungsrat in seiner Botschaft darlegt:
    • wie gross die aktuelle Verwendung bleihaltiger Jagdmunition im Kanton ist
    • welche Auswirkungen das Verbot auf Tierschutz, Umwelt und öffentliche Gesundheit voraussichtlich hat
    • welche organisatorischen und finanziellen Folgen für Kanton, Gemeinden und betroffene Kreise entstehen.

Der Regierungsrat berücksichtigt in seiner Vorlage die erforderlichen Übergangsbestimmungen, insbesondere im Hinblick auf laufende Pachtverträge, bestehende Jagdplanungen und die Anpassung kantonaler Vollzugshilfen.

2. Kurze Begründung

Blei ist ein hochgiftiges Schwermetall, das sich in Organismen und in der Umwelt anreichert. Bei der Jagd wird Blei durch Geschosse in grossen Mengen in Wald, Felder und Gewässer eingetragen. Zerplatzende oder fragmentierende Bleigeschosse hinterlassen im Tierkörper zahlreiche kleine Splitter, die von Aasfressern, Haustieren und letztlich auch von Menschen mit der Nahrung aufgenommen werden können.

Zahlreiche internationale Studien haben gezeigt, dass bleihaltige Jagdmunition für Greifvögel, aasfressende Wildtiere sowie für Hunde und Katzen ein erhebliches Vergiftungsrisiko darstellt. Auch für Konsumentinnen und Konsumenten von Wildbret besteht ein Gesundheitsrisiko, insbesondere für Kinder, Schwangere und andere empfindliche Personengruppen.

Technisch ausgereifte bleifreie Alternativen sind seit Jahren verfügbar und werden in verschiedenen Ländern sowie einzelnen Schweizer Kantonen bereits erfolgreich eingesetzt. Ein vollständiges Verbot bleihaltiger Jagdmunition ist daher sowohl aus Sicht des Umwelt- und Gesundheitsschutzes als auch unter dem Aspekt der Verhältnismässigkeit geboten.

Der Kanton (………) verfügt im Rahmen seines Jagdrechts über Spielraum, um den Einsatz bestimmter Munition zu regeln und zusätzliche Schutzbestimmungen zu erlassen. Mit der vorliegenden Motion wird der Regierungsrat beauftragt, diesen Spielraum zu nutzen und klare gesetzliche Grundlagen für eine konsequent bleifreie Jagd zu schaffen. Damit werden Wildtiere, Umwelt und Bevölkerung besser geschützt und der Kanton leistet einen konkreten Beitrag zur Reduktion der Bleibelastung in der Nahrungskette.

Eine moderne Jagdpolitik verzichtet auf Gift im Gewehrlauf. Wer Wildbret als Naturprodukt anpreist, darf seine Kundschaft nicht mit einem Schwermetallcocktail abspeisen.

Mehrwert: