Berner Konvention prüft Schweizer Wolfsmanagement
Eine Beschwerde wird vom Ausschuss für die Berner Konvention behandelt. Das Schweizer Wolfmanagement gefährdet die Wolfspopulation in den Alpen.
Die erleichterten und proaktiven Wolfsabschüsse waren am 5. Dezember 2024 an der Sitzung der ständigen Kommission der Berner Konvention traktandiert.
Dies nur zwei Tage, nachdem der Europarat einer Rückstufung des Schutzstatus des Wolfes zugestimmt hatte. Die Präsentation des BAFU stiess bei den teilnehmenden Ländern und auch bei den anwesenden NGOs auf grosse Skepsis. Das Büro entschied darauf, ein Dossier zu eröffnen. Dies bedeutet, dass die Schweiz an der nächsten Sitzung erneut Bericht über ihr Wolfsmanagement erstatten muss.
Willkürliche Schwellenwerte und fehlende Wissenschaft
Die Hauptkritikpunkte sind die willkürliche Festlegung von fünf Regulationsregionen mit einem Schwellenwert von schweizweit zwölf Rudeln (2–3 Rudel pro Region), die abgesenkten Risszahlen und die präventiven Abschüsse und Rudel-Regulierungen, einzig um zukünftig mögliche Schäden zu vermeiden. «Ein solches Management ist unseres Erachtens klar nicht mit der Berner Konvention vereinbar», betonen beide klagende Organisationen, CHWOLF und Avenir Loup Lynx Jura.
Bei allen Wortmeldungen kam die Unzufriedenheit mit dem Bericht aus dem BAFU zum Ausdruck. Kritisiert wurde ebenfalls die willkürliche Festlegung von zwölf Rudeln und die fehlenden wissenschaftlichen Grundlagen, die zu erleichterten Abschüssen führten. Insbesondere der Sprecher von Deutschland betonte, dass auch die Herabstufung des Wolfsschutzes kein Freipass ist, um massenhaft Wölfe zu schiessen, dass der Wolf weiterhin ein geschütztes Tier bleibe und ein günstiger Erhaltungszustand von mindestens 20 Rudeln die wissenschaftliche Basis sei. «Noch sei unklar, wie die Herabstufung des Schutzstatus für den Wolf später umgesetzt wird.» Daher gelte es nun Zurückhaltung zu üben.
Einstimmige Dossier-Eröffnung als Warnsignal
Dem Begehren einer Dossier-Eröffnung wurde einstimmig stattgegeben. Damit wurde ein erstes Zeichen gesetzt, dass einer weiteren Verschärfung des Wolfsmanagements in Europa nicht kritiklos zugeschaut wird. Das «Schweizer Wolfsmanagement» geht somit in die nächste Runde bei der Berner Konvention.
Mitmach-Aktion: Fordert bei Eurer Gemeinde aufgrund der katastrophalen Politik von Bundesrat Albert Rösti (SVP) ein Erlassgesuch für die Bundes- und Kantonssteuern aufgrund des neulich bewilligten Abschusses von Wölfen in der Schweiz. Den Musterbrief könnt ihr hier downloaden: https://wildbeimwild.com/ein-appell-fuer-eine-veraenderung-in-der-schweiz/

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