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Jagd

Video: Landwirt attackiert Jägerfahrzeuge

In den französischen Vogesen hat sich eine Szene abgespielt, die sinnbildlich für die zunehmend angespannte Beziehung zur Hobby-Jagd steht.

Redaktion Wild beim Wild — 13. November 2025

Ein Landwirt raste gezielt mit seinem Fahrzeug auf mehrere Autos von Hobby-Jägern zu, die an seinem Maisfeld standen, um „Wildschweine zu zählen“.

Die Szene, die inzwischen in sozialen Medien kursiert, zeigt exemplarisch, wie tief der Konflikt rund um die Hobby-Jagd inzwischen sitzt und wie sehr das Jagdsystem selbst zur Eskalation beiträgt.

Die Hobby-Jäger erklärten, sie wollten lediglich feststellen, wie viele Wildschweine sich im Feld befanden. Solche „Monitoring-Einsätze“ sind in vielen Regionen längst Routine, oft mit dem Ziel, später hohe Abschusszahlen zu legitimieren.

Für den Landwirt jedoch war die Situation klar: Wieder einmal standen Hobby-Jäger unangekündigt an seinem Feld, beobachteten seine Ernteflächen und behandelten das Gebiet wie ihr privates Revier.

Die Eskalation: Wut gegen ein System, das nicht mehr funktioniert

Der Bauer fuhr aggressiv auf die Fahrzeuge der Hobby-Jäger zu und verfehlte sie nur knapp. Ein gefährlicher, aber verständlicher Gefühlsausbruch eines Mannes, der genug hat von einem System, das ihm einerseits Wildschäden aufbürdet und andererseits die Hauptursache dafür schützt: die Hobby-Jagd selbst.

Denn längst ist wissenschaftlich belegt:

  • Die Jagd hält Schwarzwildbestände nicht niedrig, sie kann sie sogar erhöhen.
  • Kirrungen und Fütterungen treiben die Vermehrung künstlich an.
  • Permanente Störungen durch die Hobby-Jagd sorgen für mehr Mobilität und mehr Schäden.
  • Das Fehlen natürlicher Beutegreifer wird jagdlich gewollt und politisch gestützt.

Trotzdem wird der Mythos vom „notwendigen Töten“ weiter gepflegt und Bauern sowie Wildtiere leiden.

Ein europaweites Problem

Konflikte zwischen Hobby-Jägern, Landwirten, Spaziergängern und Tierschützern nehmen europaweit zu. Ob in den Vogesen, im Schwarzwald, in der Schweiz oder in Österreich: Überall stösst das untraditionelle, von Lobbystrukturen geprägte Jagdsystem an seine gesellschaftlichen Grenzen.

Der Vorfall in den Vogesen zeigt nicht nur die Eskalation eines Einzelnen, sondern die Eskalation eines Systems. Ein System, das Natur, Tiere und Menschen gegeneinander ausspielt. Ein System, das auf Abschuss statt auf Ökologie setzt. Ein System, das zunehmend den sozialen Frieden gefährdet.

Die surreale Szene im Maisfeld ist kein Zufall. Sie ist ein Warnsignal. Solange Hobby-Jäger weiterhin unbehelligt Felder, Wälder und öffentliche Räume dominieren dürfen, ohne ökologische Verantwortung zu übernehmen, werden solche Vorfälle weiter zunehmen.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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