2. April 2026, 16:30

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Kriminalität & Jagd

Joggerin im Jura von Hobby-Jäger angeschossen

Im Jura wurde am 17. Januar 2026 eine 25-jährige Frau während eines Jogginglaufs durch einen Schuss eines Hobby-Jägers schwer am Fuss verletzt.

Redaktion Wild beim Wild — 22. Januar 2026

Sie war auf einer offenen Strasse nahe der Gemeinde Lent bei Champagnole unterwegs, als ein teilnehmender Hobby-Jäger im Rahmen einer organisierten Hobby-Jagd auf sie schoss und Projektile sie trafen.

Rettungskräfte brachten sie in ein Spital, wo sie operiert wurde; ihr Leben ist laut Behördenangaben nicht gefährdet.

Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Reihe bekannter Jagdunfälle, die Jahr für Jahr bei Mensch und Tier für Leid sorgen und erneut Fragen nach der Sicherheit von Jagdpraktiken in dicht genutzten Landschaften aufwerfen. Aus Sicht des Jagdverbandes selbst erkennt die Fédération départementale des chasseurs du Jura «offensichtliche Verstösse gegen Sicherheitsregeln» an. Der Präsident kündigte überraschend an, dass der Verband sich als zivilrechtlich beteiligte Partei hinter die Geschädigte stellen und den Vorfall als Anlass nehmen wolle, stärker auf Schulung und Sensibilisierung zu setzen.

Trotz dieser Stellungnahme bleibt die Realität dieses Ereignisses für viele unmissverständlich: Eine junge Frau wurde beim Sporttreiben durch einen Schuss verletzt, weil offenbar klare Sicherheitsregeln bei der Hobby-Jagd missachtet wurden. Behördenangaben deuten darauf hin, dass der Schütze weit über die erlaubte Schussdistanz hinaus agierte und sich an einem falschen Posten positionierte. Solche Verstösse unterstreichen, wie gefährlich unkontrollierte oder fahrlässige Hobby-Jagd in der Nähe von öffentlichen Wegen und Erholungsflächen ist.

Aus jagdkritischer Perspektive stellt dieser Unfall ein weiteres Beispiel dafür dar, wie Hobby-Jagd als Freizeitbeschäftigung Lebensrisiken für Unbeteiligte birgt. Selbst wenn der Vorstand der Jägerorganisation jetzt verstärkte Sicherheitsschulungen verspricht, bleibt die Frage, ob traditionelle Jagdmethoden und -zeiten in heute multifunktional genutzten Landschaften noch zeitgemäss sind. Wandernde, Laufende, Hundehaltende und andere Naturnutzende haben ein legitimes Interesse daran, dass ihre Gesundheit und Sicherheit gegenüber der Jagdpassion stärker geschützt werden.

Dieser Vorfall muss als Weckruf dienen, Jagdregularien zu überdenken und sicherere Alternativen zu forcieren. In der Debatte um Wildtierschutz, öffentliche Sicherheit und die Rolle von Hobby-Jagd in modernen Gesellschaften darf dieses Ereignis nicht einfach als «tragischer Einzelfall» abgetan werden.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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