2. April 2026, 19:40

Geben Sie oben einen Suchbegriff ein und drücken Sie Enter, um die Suche zu starten. Drücken Sie Esc, um den Vorgang abzubrechen.

Bildung

Luxemburg verlängert Fuchsjagdverbot

Der Luxemburgische Regierungsrat hat das im Jahr 2015 eingeführte Verbot der Fuchsjagd um ein weiteres Jahr verlängert.

Redaktion Wild beim Wild — 21. Januar 2018

Die Schonung der Füchse ist ein Erfolgsmodell: Die Fuchsbestände sind stabil; die von Hobby-Jägern im Vorfeld des Jagdverbots prognostizierte «Bestandsexplosion» ist ausgeblieben. Eine Studie zeigt nun, dass die Schonung des Fuchses auch das Risiko für den Menschen reduziert, am Fuchsbandwurm zu erkranken. Die IG Wild beim Wild fordert die Hobby-Jägerschaft auf, dem Beispiel Luxemburgs zu folgen.

Das Luxemburgische Umweltministerium hatte die Fuchsjagd 2015 verboten, weil man keinen vernünftigen Grund für die Tötung mehrerer tausend Füchse im Jahr sah. Jagdverbände hatten dagegen immer wieder vor ausufernden Fuchsbeständen durch das Jagdverbot gewarnt. Zudem versuchten sie wiederholt, die Angst vor dem Fuchsbandwurm zu instrumentalisieren, um das Reglement zu kippen.

Jagdbann reduziert Infektionsrisiko mit Fuchsbandwurm

Allerdings gibt es bis heute keinerlei Anzeichen für höhere Fuchsbestände. Eine im November 2017 in Frankreich veröffentlichte Studie zeigt darüber hinaus, dass Bejagung das Infektionsrisiko mit dem Fuchsbandwurm sogar erhöht: Während die Infektionsrate der Füchse infolge starker Bejagung von 40 Prozent auf 55 bis 75 Prozent stieg, blieb sie in einem jagdfreien Kontrollgebiet konstant. Franck Boué, einer der Autoren der vielbeachteten Untersuchung, stellt die Ergebnisse in einem Vortrag am 29.1.2018 in Luxemburg-Stadt vor.

Fuchsbestände bedürfen keiner «Regulierung» durch den Menschen

Immer wieder zeigen sowohl Studien als auch Praxiserfahrungen in den verschiedensten Gebieten, dass Füchse keiner «Regulierung» bedürfen. Steigen die Verluste etwa durch die Hobby-Jagd, führt das zu höheren Geburtenraten und stärkerer Einwanderung aus benachbarten Gebieten, wodurch die Verluste schnell wieder ausgeglichen werden. Andererseits zeigen Erfahrungen aus jagdfreien Gebieten, dass dort weniger Fuchswelpen geboren werden und eine Massenvermehrung ausbleibt. «Geburtenkontrolle statt Massenelend», kommentierte dies einst der Biologe Erik Zimen. Dass die Hobby-Jagd als Populationskontrolle scheitert, bestätigt sich hier erneut.

Verbot der Fuchsjagd: Richtungsweisend für ganz Europa

Das Fuchsjagdverbot in Luxemburg ist richtungsweisend für ganz Europa: Gegen den massiven Druck einer einflussreichen Lobby wurde auf Basis nachprüfbarer wissenschaftlicher Fakten die richtige Entscheidung getroffen. Es wird höchste Zeit, dass auch politische Entscheidungsträger aufhören, sich den Interessen der Jagdlobby zu beugen. Das Beispiel Luxemburgs zeigt, dass ein Verbot der Fuchsjagd nicht nur den oftmals qualvollen Tod tausender Füchse verhindert, sondern für Bürger, Tier- und Naturschutz durchweg ein Erfolgsmodell ist.

Unterstütze unsere Arbeit

Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Jetzt spenden