Preis-, Import- und Selbstversorgungseffekte der Ernährungsinitiative
Der Bundesrat hat am 13. August 2025 die Botschaft zur Volksinitiative «Für eine sichere Ernährung – durch Stärkung einer nachhaltigen inländischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser (Ernährungsinitiative)» verabschiedet.
Am 16. August 2024 war die sogenannte «Ernährungsinitiative» eingereicht worden.
Sie sieht die Stärkung der Selbstversorgung, die Sicherung der Grundwasserressourcen sowie die Förderung einer nachhaltigen Land- und Ernährungswirtschaft vor und verlangt unter anderem, dass die Land- und Ernährungswirtschaft vermehrt auf die Produktion und den Konsum von pflanzlichen statt tierischen Lebensmitteln ausgerichtet wird. Weiter fordert die Initiative die Sicherstellung von genügend sauberem Trinkwasser, der Biodiversität und der Bodenfruchtbarkeit.
Die in den Umweltzielen Landwirtschaft festgelegten Höchstwerte für Dünger- bzw. Nährstoffeinträge in die Umwelt dürfen nicht mehr überschritten werden. Die Ziele sollen bis 10 Jahre nach Annahme der Initiative erreicht werden.
Die «Ernährungsinitiative» will die Ernährungssicherheit erhöhen, indem die Schweiz:
- mehr pflanzliche statt tierische Lebensmittel produziert und konsumiert,
- den Netto-Selbstversorgungsgrad von aktuell 46 % auf mindestens 70 % steigert,
- sauberes Trinkwasser, Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit sichert,
- die Umweltziele Landwirtschaft (Grenzwerte für Nährstoffeinträge) strikt einhält – alles innerhalb von 10 Jahren nach Annahme.
Der Bundesrat findet diese Ziele zwar in Teilen sinnvoll, hält sie aber innerhalb der Fristen nicht für realistisch, weil:
- massive staatliche Eingriffe in Landwirtschaft und Konsum nötig wären,
- Fleischproduktion stark zurückgefahren und pflanzliche Produktion stark erhöht werden müsste,
- bestehende Infrastrukturen nicht amortisiert würden,
Hier eine Einschätzung, wie sich die Annahme der Ernährungsinitiative voraussichtlich auf Lebensmittelpreise und Importe auswirken könnte:
1. Lebensmittelpreise
- Kurzfristig (1–5 Jahre)
- Preisanstieg wahrscheinlich: Umstellung auf mehr pflanzliche Produktion und Reduktion tierischer Produkte könnten Investitionen, Umrüstungen und neue Produktionsmethoden erfordern.
- Fleisch, Milchprodukte und Eier würden vermutlich deutlich teurer, weil das Angebot zurückginge.
- Pflanzliche Grundnahrungsmittel (z. B. Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse) könnten im Inland teurer sein als heute, da Produktionskosten in der Schweiz höher sind als bei Importen.
- Mittelfristig (5–10 Jahre)
- Preise könnten sich teilweise stabilisieren, wenn die Produktion effizienter wird und Konsumenten ihre Essgewohnheiten anpassen.
- Eine anhaltend hohe Preissteigerung wäre möglich, wenn die Schweiz Produktionsziele ineffizient erreicht.
2. Importe
- Rückgang bei gewissen Produkten:
- Tierische Produkte (v. a. Fleisch, Milchpulver) würden weniger importiert, weil Konsum sinkt.
- Zunahme bei Vor- und Zwischenprodukten:
- Pflanzliche Proteine, Saatgut und Spezialzutaten könnten vermehrt eingeführt werden, bis inländische Produktion aufgebaut ist.
- Selbstversorgungsziel (70 %) würde bedeuten, dass der Anteil importierter Kalorien stark sinkt – aber das könnte nur erreicht werden, wenn Konsumgewohnheiten sich deutlich ändern.
3. Gesamtwirtschaftliche Wirkung
- Wahrscheinlich höhere Haushaltsausgaben für Lebensmittel, vor allem in den ersten Jahren.
- Exportsektor der Landwirtschaft (z. B. Käse) könnte leiden, wenn Ressourcen in pflanzliche Produktion umgelenkt werden.
- Anpassungsdruck auf Gastronomie und Verarbeitungsindustrie, da Menüpläne und Rezepte stärker auf pflanzliche Basis umgestellt werden müssten.
Die Ernährungsinitiative ist aus der Sicht der IG Wild beim Wild eine weitere Chance für eine gesunde Zukunft – für uns, unsere Kinder und unsere Umwelt. Sie stärkt die nachhaltige inländische Landwirtschaft, fördert mehr pflanzliche und klimafreundliche Lebensmittel und sichert sauberes Trinkwasser. Damit setzen wir auf Qualität, Regionalität und Verantwortung statt auf Abhängigkeit und Umweltbelastung. Ein Ja bedeutet mehr Resilienz, mehr Gesundheit und mehr Wertschätzung für unsere heimischen Produzentinnen und Produzenten.
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