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Wildtiere

Amerikanischer Nerz auf EU-Invasivartenliste gesetzt

Neu hinzugefügte Arten, darunter der Amerikanische Nerz, unterliegen nun einer strengeren Kontrolle und Regulierung, um eine weitere Ausbreitung der Art in Europa zu verhindern.

Redaktion Wild beim Wild — 22. Juli 2025

Am 21. Juli veröffentlichte die Europäische Kommission eine aktualisierte Liste invasiver gebietsfremder Arten (Invasive Alien Species, IAS): Arten, die ausserhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets eingeführt werden und negative Auswirkungen auf die einheimische Artenvielfalt haben.

Der Amerikanische Nerz ist die Art, die am häufigsten in europäischen Pelzfarmen gehalten wird, eine höchst umstrittene Praxis, deren Verbot die europäischen Bürger in der gesamten Union gefordert haben.

Die Art wird ab dem 7. August 2027 offiziell in die Liste aufgenommen. Mit der Aufnahme dieser Art in die IAS-Liste wird die Pelztierzucht zwar faktisch verboten, doch kann sie im Rahmen einer Ausnahmeregelung fortgesetzt werden, wenn ein „zwingendes öffentliches Interesse, auch sozialer oder wirtschaftlicher Art“ besteht.

Die Nerzzucht wird nicht als ausreichend sozioökonomisch relevant angesehen, um eine solche Ausnahmeregelung zu rechtfertigen, da der Rückgang der Pelzproduktion nach COVID-19 zeigt, dass die Branche weder für die Volkswirtschaften wesentlich noch ein wichtiger Arbeitgeber ist.

Die IAS-Verordnung sollte in erster Linie als Instrument zur wirksamen Eindämmung ökologischer Risiken dienen, wobei sicherzustellen ist, dass alle anderen Erwägungen gerechtfertigt und verhältnismässig sind und das Hauptziel des Umweltschutzes nicht untergraben. Tierschützer fordern die Mitgliedstaaten daher auf, die Nerzzucht schrittweise einzustellen, anstatt Ausnahmen zu machen, die ein Fortbestehen dieser Art ermöglichen.

Weitere Arten wurden in die aktualisierte Liste aufgenommen, darunter der nordamerikanische Biber (mit Wirkung ab 7. August 2027) und der Sikahirsch.

Auch wenn die Aufnahme einiger Arten in die Liste unvermeidlich sein mag, sollte die Prävention weiterhin Priorität haben, um die Einschleppung invasiver Arten in die europäische Landschaft zu verhindern. So gilt unter anderem der Heimtierhandel als wichtiger Einschleppungsweg für invasive gebietsfremde Arten.

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