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Tierwelt

Heiliger Ibis in Norditalien: Invasive Art breitet sich aus

Der Pharaonenibis oder Heilige Ibis ist eine Vogelart aus der Familie der Ibisse und Löffler und lebte ursprünglich fast ausschliesslich in Afrika.

Redaktion Wild beim Wild — 30. Januar 2025

Im alten Ägypten verehrt, hat sich der Heilige Ibis von seiner Heimat Afrika aus nach Europa ausgebreitet.

Der Heilige Ibis ist in Italien nicht heimisch und stammt vermutlich aus der Gefangenschaft, zum Beispiel aus einem Zoo. Einige Tiere im Zoo konnten früher frei fliegen.

Die Vogelart ist jetzt überall in Norditalien. Sie ist eine Herausforderung für die Tierwelt in der Gegend.

Ornithologen zufolge verbreiten sich die Vögel aus Afrika und dem Irak wie ein Lauffeuer. Sie warnen vor den Risiken der lokalen Fauna.

Die Art bewohnt sumpfige Feuchtgebiete und Wattflächen, wo sie sich auf Bäumen zum Nisten aufhält, die sich im oder am Wasser befinden.

Heilige Ibisse sind in ganz Norditalien massenhaft verbreitet

Die Ornithologenvereinigung AsOER der Emilia-Romagna ist überzeugt, dass sich das Phänomen auf die gesamte Emilia-Romagna ausgeweitet hat.

Der Heilige Ibis hat begonnen, in Bologna, Modena und vor allem Ferrara massiv zu nisten. Ravagnani glaubt, dass es in der norditalienischen Region bereits Tausende Vögel gibt.

Der Heilige Ibis ist eine gebietsfremde Art, die es in Italien nicht geben sollte. Er ist aus Betrieben in Norditalien entwichen oder wurde dort ausgesetzt. Seine Geschichte ist ähnlich wie die der Nutria, so Ravagnani. Nutria, die in Italien liebevoll als «kleine Biber» bezeichnet werden, sind einheimische südamerikanische Nagetiere, die sich nun im ganzen Land ausbreiten, weil sie dort keine natürlichen Feinde haben.

Warum stellt der Heilige Ibis ein Problem dar?

Der Heilige Ibis steht seit fast einem Jahrzehnt auf der Liste der Europäischen Kommission für invasive gebietsfremde Arten. Die Vögel sind auch in DAISIE aufgeführt, einem Verzeichnis von gebietsfremden, invasiven Arten in Europa.

In der EU-Verordnung über die Prävention, das Management und die Ausbreitung gebietsfremder Arten heisst es, dass invasive gebietsfremde Arten eine der grössten Bedrohungen für die biologische Vielfalt und die damit verbundenen Ökosystemleistungen darstellen. Die Risiken, die von diesen Arten ausgehen, können sich aufgrund des zunehmenden Welthandels, des Verkehrs, des Tourismus und des Klimawandels verschärfen.

Der Pharaonenibis ist ein ausgesprochener Nahrungsopportunist und ernährt sich von Reptilien, Fischen, Krebstieren, grossen Insekten, Schnecken sowie gelegentlich auch Aas. Müllkippen werden regelmässig nach Fressbarem durchsucht. An der Küste kann er sich auch auf Eier und Nestlinge spezialisieren.

Wie ist der Heilige Ibis nach Europa gekommen?

Um 1700 gelangte ein Paar Heilige Ibisse aus Afrika, Irak und dem Jemen nach Frankreich. Ein Jahrhundert später wurde die Vogelart in freier Wildbahn in Österreich und Italien gesichtet.

In Frankreich haben sich in den 1980er und 1990er Jahren frei fliegende Populationen aus Zoos in der Bretagne entlang der Atlantikküste in freier Wildbahn etabliert. In den vergangenen Jahren haben Ausrottungsprogramme die Zahl der Vögel verringert, aber ganz ausgerottet werden können sie nicht.

Spanien ist es gelungen, die gesamte Heilige-Ibis-Population auszurotten, und die aus Frankreich einreisenden Vögel werden generell auf der Hobby-Jagd von Hobby-Jägern geschossen. Die Frage, ob die Hobby-Jagd als Populationskontrolle bei invasiven Arten taugt, bleibt umstritten.

Es wird angenommen, dass die italienische Population entweder aus der Migration der frei fliegenden französischen Populationen oder aus dem italienischen Zoo Le Cornelle in der Lombardei stammt, in dem es einst eine frei fliegende Population des Vogels gab. Eine Studie in der Fachzeitschrift Nature Scientific Reports belegt, dass die Art 1989 mit einem einzigen Paar im Nordwesten Italiens begann. 20 Jahre später wurden mehr als 10’000 Vögel in der Region nachgewiesen.

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