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Kriminalität & Jagd

Niederlande: Psycho-Test entlarvt ungeeignete Hobby-Jäger

Die niederländischen Hobby-Jäger werden zu einem psychologischen Online-Test eingeladen. Der Entzug des Jagdscheins kann die Folge sein.

Redaktion Wild beim Wild — 23. November 2025
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In der Welt der Hobby-Jäger in Holland gibt es viel Aufregung.

Das Justiz- und Sicherheitsministerium hat den sogenannten E-Screener eingeführt. Dabei handelt es sich um einen digitalen Test, den Waffenbesitzer absolvieren müssen.

In 40 Minuten müssen online 100 psychologische Ja-Nein-Fragen beantwortet werden. Alle Jagdscheininhaber und Inhaber eines Waffenscheins müssen den E-Screener in den nächsten 3 Jahren durchführen, jedoch nicht alle gleichzeitig. Die über 60-Jährigen und unter 25-Jährigen werden zuerst getestet.

Nächstes Jahr ist die Altersklasse zwischen 40 und 60 Jahren an der Reihe. Im darauffolgenden Jahr werden die 25- bis 40-jährigen Waffenbesitzer für den E-Screener einberufen. Der Test kostet 54,45 Euro.

Jeder, der einen neuen Jagdschein in Holland beantragt, muss seit dem 1. Oktober immer zuerst den E-Screener machen.

Holland: Psycho-Test entlarvt Hobby-Jäger

Die ersten Teilnehmer des E-Screener sagen, dass es sich um einfache Fragen handelt und sie rechtzeitig fertig wurden. Die Polizei wertet die gewonnenen Daten dann aus. Folge des Tests kann sein, dass den Waffenbesitzern die Waffen sowie der Jagdschein und damit automatisch die Erlaubnis zum Waffenbesitz in Holland genommen werden.

20–25 % bestehen Test nicht in Holland

Laut Informationen vom niederländischen Jagdverband geht hervor, dass etwa 20 % der Hobby-Jäger den Test nicht bestehen. In Limburg liegt dieser Anteil sogar bei 25 %. 160 Personen haben dort den E-Screener ausgefüllt und 39 mussten darauf ihre Waffe und den Jagdschein abgeben.

Jeder Hobby-Jäger, der bereits im Besitz eines Jagdscheines ist, wird den Test absolvieren müssen. Das betrifft in den Niederlanden etwa 27’000 Wildtierkiller.

Amoklauf 2011

Grund für die Einführung des E-Screeners sei laut niederländischen Medien sowie des niederländischen Jagdverbandes ein Amoklauf im Jahr 2011. Damals erschoss Tristan van der V. sechs Menschen. Er hatte einen Waffenschein, aber die Polizei hätte die Erlaubnis wegen seiner psychischen Probleme niemals ausstellen dürfen, entschied der Oberste Gerichtshof im September.

Um künftig Risiken, die von Schusswaffen ausgehen, besser bewerten zu können, will man die Waffenbesitzer nun engmaschig überprüfen. 

Bei einigen Mitgliedern stand die Polizei am Tag nach dem Test vor der Haustür, um die Waffe und den Jagdschein zu holen. – Niederländischer Jagdverband

Der niederländische Jagdverband rät jetzt jenen Hobby-Jägern, die zu dem E-Screener von der Polizei per Post eingeladen werden, den Termin auf Februar 2020 zu verschieben, um nicht in Gefahr zu laufen, den Jagdschein und die Waffe während der laufenden Jagdsaison zu verlieren. Zudem hat der Jagdverband Beschwerde gegen das Verfahren eingelegt und fordert eine genaue Evaluierung.

Der Jagdverband fordert die Abschaffung des E-Screeners. Er würde es vorziehen, wenn die Polizei öfter unerwartete Hausbesuche machte.

Das Ministerium für Justiz und Sicherheit ist überzeugt, dass die Einführung des Tests im Einklang mit den EU-Rechtsvorschriften steht.

Bisher (Stand 26.11.2019) haben 948 Personen an den Tests teilgenommen. 204 fielen durch und mussten ihre Waffen bei der Polizei abgeben.

Update 2022 bis 2025: E-Screener ausgesetzt

Seit der ersten Veröffentlichung dieses Artikels im Jahr 2019 ist der in den Niederlanden eingesetzte Psycho-Test E-Screener politisch und rechtlich stark unter Druck geraten.

Im Juli 2022 hat das Justizministerium den Einsatz des E-Screeners im Verfahren nach dem niederländischen Waffen- und Munitionsgesetz mit sofortiger Wirkung ausgesetzt. Als Begründung werden verschiedene Gutachten, Kritik aus der Praxis und erhebliche Umsetzungsprobleme genannt. Statt des Tests wird seither das Formular WM32 verwendet, in dem Antragstellerinnen und Antragsteller schriftlich zu ihrer psychischen Verfassung und anderen persönlichen Umständen Stellung nehmen.

Zuvor hatten Gerichte und externe Fachgutachter auf grundlegende Schwächen hingewiesen, zum Beispiel auf technische Probleme, mangelnde Transparenz der Auswertung und darauf, dass sich eine so weitreichende psychologische Beurteilung nicht sinnvoll vollständig automatisieren lässt.

Eine vom niederländischen Parlament eingesetzte Kommission für eine neue Wet wapens en munitie empfahl Ende 2022, die computergestützte psychologische Massenprüfung zu beenden und stattdessen auf andere Mittel zur Überprüfung der psychischen Eignung zu setzen. Die Regierung folgte dieser Empfehlung nicht vollständig, erklärte aber im Juli 2023, der E-Screener solle nicht endgültig abgeschafft, sondern grundlegend überarbeitet und gegebenenfalls in veränderter Form wieder eingesetzt werden.

Seit 2023 und 2024 lässt das Ministerium ausserdem eine neue Monitoringstrategie für die psychische Eignung von Waffenbesitzern entwickeln. Im Zentrum steht eine Kombination aus Fragebögen, Meldesystemen und individueller professioneller Bewertung durch Fachleute, nicht mehr nur ein isolierter Computertest.

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