2. April 2026, 07:50

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Mustertext: Reform der kantonalen Hochjagd

1. Motion

Der Regierungsrat wird beauftragt, dem Kantonsparlament eine Vorlage zur grundlegenden Reform der kantonalen Hochjagd zu unterbreiten. Die Reform hat insbesondere sicherzustellen, dass

  • die pauschale, flächendeckende Hochjagd mit festen Jagdperioden durch ein evidenzbasiertes, einzelfallbezogenes Wildtiermanagement ersetzt wird
  • Abschusszahlen und Jagdperioden werden nach dem Grundsatz der ökologischen Notwendigkeit und der Verhältnismässigkeit festgelegt
  • während der Hochjagd verbindliche Ruhezonen ausgeschieden werden
  • die kantonale Hochjagd für eine unabhängige Evaluation geöffnet wird, die Trefferquote, Fehlabschüsse, Dauer bis zum Tod und Stresseffekt systematisch erfasst

Insbesondere ist gesetzlich zu regeln, dass

  • der Kanton innert drei Jahren prüft, ob die Hochjagd vollständig durch professionelle Wildhüterinnen und Wildhüter ersetzt werden kann
  • die Ergebnisse der Hochjagd jährlich vollständig und öffentlich publiziert werden
  • Wildtierarten, die auf der Roten Liste stehen, werden von der Hochjagd ausgenommen
  • der Einsatz von Hunden und Treibern während der Hochjagd verboten oder auf das Minimum beschränkt wird

2. Kurze Begründung

Die Hochjagd ist ein alljährliches Ritual, das weit mehr mit Tradition zu tun hat als mit modernem Wildtiermanagement. Während weniger Wochen rücken Hunderte Hobby-Jäger ins Hochgebirge aus und versetzen Wildtiere in akuten Stress – in einer Jahreszeit, in der sie Energiereserven für den Winter aufbauen müssen.

Die Hochjagd verursacht massiven Stress bei nicht bejagten Wildtieren, die vor Lärm und Schüssen flüchten. Dies führt paradoxerweise zu Verbissschäden in tieferen Lagen, die dann als Argument für die Notwendigkeit der Hobby-Jagd angeführt werden. Die vorliegende Motion fordert eine grundlegende Reform – weg vom Traditionsritual, hin zum Wildhütermodell.