2. April 2026, 05:39

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Mustertext: Abschaffung der Niederwildjagd

Niederwildarten wie Feldhase, Rebhuhn oder Schneehuhn, stehen in einer Biodiversitätskrise und leiden unter Lebensraumverlust sowie starkem Freizeitdruck. Die Freizeitjagd auf diese Arten soll im Kanton (………) beendet werden.

1. Motion

Der Regierungsrat wird beauftragt, dem Grossen Rat eine Vorlage zur Änderung des Gesetzes über Jagd und Wildtierschutz (………) sowie der Jagdverordnung (………) zu unterbreiten, mit der im Kanton (………) die Jagd auf Niederwild zu Freizeitzwecken abgeschafft wird. Die Gesetzesrevision hat insbesondere sicherzustellen, dass:

  • dass die Jagd auf folgende Arten vollständig aufgehoben wird: Hase, Rebhuhn, Schneehuhn, Birkhuhn, Schnepfen sowie weitere in der Vollzugsverordnung zu bezeichnende Niederwildarten, deren Bestände unter Druck stehen
  • dass der Fuchs und Dachs nicht mehr als jagdbare Art für die Freizeitjagd geführt wird, sondern als ökologisch wichtige einheimische Art unter regulärem Schutz steht
  • dass allfällige unumgängliche Eingriffe aus Gründen der Tierseuchenbekämpfung, der öffentlichen Sicherheit oder aus zwingenden Naturschutzgründen in spezialgesetzlichen Bestimmungen und nicht im Jagdgesetz geregelt werden
  • dass solche Eingriffe in der Regel durch die zuständige Wildhut erfolgen und sich auf das notwendige Minimum beschränken
  • dass der Regierungsrat in der Botschaft darlegt
    • wie sich die Abschaffung der Niederwildjagd auf die Bestände der betroffenen Arten auswirkt
    • welche Folgen für Jagdplanung, Land- und Forstwirtschaft sowie Wildschadenregelung zu erwarten sind
    • welche finanziellen und organisatorischen Auswirkungen für Kanton und Gemeinden entstehen
  • dass die neue Regelung ausdrücklich im Einklang mit dem Bundesrecht, insbesondere dem Bundesjagdgesetz, steht und den kantonalen Gestaltungsspielraum zugunsten des Arten- und Tierschutzes nutzt.

Der Regierungsrat berücksichtigt in seiner Vorlage die erforderlichen Übergangsbestimmungen, insbesondere im Hinblick auf bestehende Jagdplanungen sowie laufende Jagdverhältnisse.

2. Kurze Begründung

Die Bestände vieler Niederwildarten sind seit Jahrzehnten rückläufig. Hauptursachen sind Lebensraumverlust, intensive Landwirtschaft, die Klimakrise und vielfältige Freizeitnutzungen. Unter diesen Bedingungen ist die zusätzliche Belastung durch eine Freizeitjagd weder ökologisch begründbar noch gesellschaftlich vermittelbar. Betroffene Arten stehen oftmals bereits auf nationalen oder kantonalen Roten Listen oder weisen alarmierende Bestandsentwicklungen auf.

Moderne Wildtierpolitik hat den Schutz bedrohter Arten und die Förderung ihrer Lebensräume ins Zentrum zu stellen. Die Freizeitjagd auf Niederwild trägt zu keinem wesentlichen öffentlichen Interesse bei. Sie dient primär der Befriedigung privater Jagdinteressen und ist mit dem heutigen Verständnis von Biodiversitätsschutz und Tierschutz kaum vereinbar. Auch aus gesundheitlicher und wildtierökologischer Sicht gibt es keine Notwendigkeit, Niederwildarten zu Freizeitzwecken zu bejagen. Der Kanton Genf hat diese tierquälerische Form der Jagd bereits 1974 abgeschafft.

Das Bundesjagdgesetz setzt den Rahmen für Schutz und Nutzung wildlebender Säugetiere und Vögel. Die Kantone verfügen jedoch über einen erheblichen Spielraum bei Jagdsystem, Jagdplanung und zusätzlichen Schutzbestimmungen. Innerhalb dieses Spielraums kann der Kanton (………) die Niederwildjagd abschaffen und damit einen Beitrag zur Stabilisierung der Bestände leisten sowie neue Ruheräume für Wildtiere schaffen.

Laut Bundesrecht, muss kein Kanton in der Schweiz die Hobby-Jagd vorsehen. Es ist das Recht der Kantone, zu entscheiden, ob die Jagd zugelassen wird oder nicht. Entscheidet sich ein Kanton gegen oder auch nur teilweise gegen die Jagd, kann er dies laut Bundesverfassung frei tun. Der Kanton Genf hat sich längst für diesen vorbildlichen Weg entschieden.

Wer bedrohte Arten ernsthaft schützen will, darf sie nicht gleichzeitig als Freizeitobjekte zum Abschuss freigeben.

Mit der Abschaffung der Niederwildjagd setzt der Kanton (………) ein klares Zeichen für Biodiversität, Tierschutz und eine zeitgemässe Jagdpolitik.