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Bildung

Murmeltiere und Klimawandel: Wanderung nach oben

Murmeltiere leben heute durchschnittlich 86 Meter höher als noch vor 40 Jahren. Ihre absolute Obergrenze hat sich jedoch laut einer Studie nicht verändert: Sie überschreiten nicht eine Höhe von 2.700 Metern.

Redaktion Wild beim Wild — 29. Juli 2025

Murmeltiere wandern aufgrund des Klimawandels zwar, allerdings nicht sehr weit, wie eine Studie von Anne Kempel, Biologin am WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF), zeigt.

Die Forscherin untersuchte die Höhenlage, in der Murmeltiere heute leben und verglich ihre Ergebnisse mit Daten aus dem Jahr 1982. Das Ergebnis: Die Mehrzahl der von ihr im Dischmatal bei Davos beobachteten Tierfamilien lebt heute rund 86 Meter höher als noch vor 42 Jahren, nämlich auf rund 2500 Metern über Meer.

„Die absolute Obergrenze hat sich jedoch nicht geändert“, erklärte der Wissenschaftler in einer Medienmitteilung des SLF vom Dienstag. Sie ende bei einer Höhe von 2700 Metern. Dies sei bereits 1982 der Fall gewesen.

„Wahrscheinlich spielen andere Faktoren eine wichtigere Rolle als höhere Temperaturen“, stellt Anne Kempel fest. Zu hohe Temperaturen würden den Tieren nicht genügend Erde bieten, um ihre weit verzweigten Baue zu graben.

Zudem benötigen sie während des Winterschlafs eine möglichst dicke Schneedecke, um den Boden vor Kälte zu isolieren. „Gerade dort, wo heute die meisten Gruppen leben, finden wir das Maximum dieser Parameter“, so der Biologe.

Hinzu kommt, dass Pflanzen mit Linolsäure ein wichtiger Bestandteil der Ernährung sind. Diese ungesättigte Fettsäure reguliert im Winter die Körpertemperatur. „Diese Pflanzen könnten ihre Verteilung etwas nach oben verschoben haben“, vermutet Anne Kempel.

Gleiche Methoden wie 1982

Anne Kempel und ihr Team nutzten die gleichen Methoden wie ihre Vorgänger im Jahr 1982. Ein bis zwei Stunden lang beobachteten sie 25 Gebiete an den Hängen des Dischmatals mit Fernglas und Teleskop und zählten die Murmeltiere. Statistische Computermodelle rechneten anschliessend den wahrscheinlichen Murmeltierbestand hoch und kamen zu diesem Ergebnis.

Diese Beobachtung gilt allerdings nur für die Region Davos und möglicherweise vergleichbare Gebiete. In den tiefer gelegenen Alpen könnte die Situation für die Tiere schwierig werden. Bei Temperaturen über 25 Grad leiden Murmeltiere unter Hitzestress.

Im Dischmatal gibt es derzeit nur sechs Tage im Jahr mit Temperaturen über durchschnittlich 25 Grad Celsius, zu wenig, um negative Auswirkungen zu haben. Allerdings hat sich die Situation bereits verschärft, da die Waldgrenze langsam aber sicher ansteigt.

„Murmeltiere bevorzugen jedoch offene Umgebungen; sie passen sich nicht an den Wald an, und da sie nicht höher gelangen können, schrumpft ihr Lebensraum“, schlussfolgert Anne Kempel. Die Arbeit ist in der Fachzeitschrift Ecology and Evolution erschienen.

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