2. Mai 2026, 17:02

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Fuchsmassaker in der Schweiz

Der Fuchs ist ein sehr anschauliches (und trauriges) Beispiel dafür, wie der Hobby-Jäger mit seiner Unkenntnis und dem zwanghaften Kontrollbedürfnis gegenüber der Natur Probleme selbst kreiert und natürliche regulative Mechanismen verschlimmert.

Füchse sind als Mäusejäger sowohl für die Land- als auch Forstwirtschaft essenziell und haben einen wesentlichen Anteil an der Eindämmung von „Nagetier-übertragenen Pathogenen“, wie Hantaviren oder Borrelien. Aus diesen Gründen sollten wir den Fuchs als das sehen, was er ist – nämlich als einen wichtigen Bestandteil des Ökosystems und eine Bereicherung der heimischen Fauna.

Recherchen der IG Wild beim Wild bei den kantonalen Ämtern für Jagd und Fischerei förderten erstaunliche Fakten zutage. Einzig der Kanton Luzern führt unter anderem eine Statistik über Krankheiten beim Fuchs. So hatten von den 2’217 sinnlos abgeschossenen Füchsen im Kanton Luzern im Jagdjahr 2018/19 nur gerade mal 39 Füchse eine Krankheit (Räude 32, Staupe 1, andere Krankheiten 6). Alle anderen Füchse wurden auf Kosten der Steuerzahler entsorgt.

In der Schweiz fallen besonders die Kantone Bern, Aargau, Graubünden, St. Gallen, Wallis, Luzern und Zürich mit einer überproportionalen Jagd auf Fuchs und Dachs negativ auf.

Im Kanton Bern werden laut der eidgenössischen Jagdstatistik rund ein Fünftel aller Rotfüchse in der Schweiz abgeschossen, obwohl Fachleute keinen Sinn darin sehen.

Spezialabschüsse in der eidgenössischen Jagdstatistik

Definition Spezialabschuss: Abschuss innerhalb des Schutzgebiets oder während der Schonzeit infolge von Krankheit oder Verletzung. Diese Abschüsse erfolgten von den kantonalen Wildhütern in einem Schutzgebiet oder durch die Jagdaufsicht in den Revieren.

Im Kanton Bern sind die Spezialabschüsse jedoch eine Art Belohnungssystem für Hobby-Jäger. 800 Berner Jägerinnen und Jäger im Kanton Bern, die sich speziell im Hegebereich engagieren, erhalten jährlich Spezialbewilligungen. Die in dieser Periode vom 16. Juni bis 31. August freigegebenen Tierarten wie Rabenkrähen, Saatkrähen, Eichelhäher, Elster, verwilderte Hauskatze, Waschbär, Marderhund, Fuchs und Dachs werden, obwohl sie eine Schonzeit bis 31.8. haben, einfach so abgeschossen. Obwohl auf Kantonsebene, diese Wildtiere geschont werden müssten, wurden 2018 mit diesen Spezialbewilligungen zum Beispiel 300 Füchse und 371 Dachse erschossen. Sogar Eichelhäher werden von der Schiesswut der Hobby-Jäger nicht verschont.

Zustände wie im tiefsten Mittelalter in Graubünden. Gemäss Beschluss des Gemeindevorstandes Laax wird eine Kopfgeldprämie von Fr. 40.– für jeden Fuchs und jeden Dachs bezahlt, die während der Niederjagd von den einheimischen Jägern auf dem Gemeindegebiet von Laax erlegt werden.

In einem Schreiben an alle Gemeinden im Kanton Zürich (5) bezüglich der neu eingeführten Nachtjagd auf Füchse und Dachse behauptet der umstrittene Urs Philipp vom Amt für Jagd und Fischerei, dass Füchse die Tollwut übertragen, obwohl die schweizerische Tollwutzentrale mahnt, dass eine jägerische Reduktion von Fuchspopulationen nicht möglich und die Jagd zur Tollwutbekämpfung sogar kontraproduktiv ist. Wie wir heute wissen, konnten erst tierfreundliche Impfköder die terrestrische Tollwut besiegen – sie gilt in der Schweiz seit 1999 und in weiten Teilen Europas als ausgerottet!

Ganze 5 1⁄2 Monate wird den Füchsen im Kanton Appenzell Ausserrhoden (4), laut der eidgenössischen Jagdstatistik, nachgestellt – beim Dachs sind es 6 Monate. Bei dem Stress und Jagddruck muss man sich nicht fragen, weshalb diese Tiere krank werden. In ganz Europa liegt das Epizentrum der Fuchsbandwurm-Meldungen seit Jahren in der Ost-Schweiz! Obwohl unsere Hobby-Jäger immer behaupten, sie sorgen für gesunde Wildbestände.

Im Kanton Solothurn (6) wurden in der Jagdsaison 2018 meist gesunde 658 Füchse und 222 Dachse auf nicht wissenschaftlicher Basis oder wild biologischem Fachwissen von militanten Hobby-Jägern getötet.

Die Fuchsjagd ist laut der modernen Wissenschaft ökologisch, ökonomisch und epidemiologisch sinnlos – ja sogar kontraproduktiv! Grundsätzlich produzieren wenig bejagte Fuchspopulationen auch weniger Nachkommen. 

Die IG Wild beim Wild findet, dass diese sinnfreien Massaker und Tierquälerei in unserem gesamten Lebensraum nicht zeitgemäss sind und fordert ein Verbot der gesamten Niederjagd!