2. April 2026, 13:04

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Kritik an Hubertusmesse in St. Peterzell

Am 23. November 2025 um 10:30 Uhr soll in der kath. Kirche in St. Peterzell eine Hubertusmesse mit den Jagdhornbläsern Toggenburg stattfinden. Die IG Wild beim Wild kritisiert diese Veranstaltung scharf und fordert die Kirche auf, sich klar von der Jagd und ihrer Verherrlichung zu distanzieren.

Hubertusmessen, die vor allem von militanten Hobby-Jägern besucht und mitorganisiert werden, widersprechen aus Sicht der IG Wild beim Wild jeder christlichen Ethik. Statt Achtung vor dem Leben zu lehren, erteilen sie symbolisch den Segen zum Töten.

«Einen Gottesdienst zu feiern, der Jägern den kirchlichen Rückhalt für das Töten wehrloser Mitgeschöpfe gibt, sendet ein völlig falsches Signal», sagt Julia Bielecki, Theologin. «Kirchen müssen für die Bewahrung der Schöpfung eintreten, nicht für ihre Zerstörung.»

Es gibt Menschen, die gestalten ihren Alltag mit Unwahrheiten, brachialer Gewalt, Hass und Falschheit. Derartige Wesen schliessen sich gerne Jagdverbänden und Jagdhornbläsergruppen an und suhlen sich mit Gleichgeschalteten in diesem Sammelbecken.

Wie auch bei den militärischen Signaltrompeten handelt es sich beim Jagdhorn überwiegend um Varianten der Naturtrompete mit einem sehr beschränkten, primitiven und ungewohnten Tonumfang für die Kriegsmusik der Hobby-Jäger. Mit solchen Anlässen erhofft man sich Nachwuchs für die sektiererischen und gewaltbereiten Jagdvereinigungen.

Hobby-Jäger verbreiten sowohl bei den Menschen als auch bei den Wildtieren unsägliches Leid, Terror und Elend. Praktisch alles, was grausam, unnötig und herzlos ist, wird von Jagdverbänden gefördert, hat unlängst ein Gericht in Bellinzona bestätigt.

Hobby-Jäger leben Speziesismus. Speziesismus ist vergleichbar mit Rassismus und Sexismus, und das ist keine Kultur oder Tradition.

Jagd verschärft das Problem, statt es zu lösen

Die IG verweist auf zahlreiche wissenschaftliche Studien, die belegen, dass Jagd nicht geeignet ist, Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Gerade bei Wildschweinen, Waschbären oder Füchsen führt hoher Jagddruck dazu, dass die Tiere früher geschlechtsreif werden und sich schneller vermehren. «Wer immer mehr schiesst, schafft nicht weniger, sondern mehr Tierquälerei», so die IG.

Hinzu kommen die massiven Tierschutzprobleme: Bei Treibjagden sterben nach Angaben der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz bis zu zwei Drittel der getroffenen Tiere nicht sofort. Sie flüchten mit zerschossenen Knochen oder offenen Verletzungen und sterben oft qualvoll nach Tagen.

Verdrehte Hubertuslegende

Die Hubertusmesse beruft sich auf die Legende des heiligen Hubertus, verkennt aber deren Kern. Hubertus beendete nach der Begegnung mit dem kreuztragenden Hirsch die Jagd und wandte sich Christus zu. «Die eigentliche Botschaft lautet, in Frieden mit den Tieren zu leben – nicht sie zu hetzen, zu verletzen und zu töten», so die IG.

Das Christentum ist eine Religion der Barmherzigkeit und der Achtung vor dem Leben. Nirgendwo in der Bibel findet sich ein Hinweis, dass Christus Tiere gejagt hätte. Im Gegenteil: «Du sollst nicht töten» gilt universell.

Appell an die Kirche

Die IG Wild beim Wild fordert die Kirchenvertreter eindringlich auf, sich von gewaltverherrlichenden Hubertusmessen zu distanzieren und ihre Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung wahrzunehmen. «Wer im Namen Gottes Tiere segnet, um sie anschliessend sinnlos töten zu lassen, verhöhnt das Evangelium und macht sich mitschuldig an sinnlosem Tierleid.»

Als Jagdhornistin oder Jagdhornist betreibe man besonders an der Hubertusmesse Öffentlichkeitsarbeit. «Wir sind quasi das Sprachrohr der Jagd, das Kommunikationsmittel zwischen Jägerschaft und Bevölkerung», erklärt Hobby-Jägerin Buri-Frank.