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Tierwelt

Tchibo streicht Mohair

Von PETA Asia veröffentlichtes Videomaterial von südafrikanischen Ziegenfarmen bewegte innerhalb von knapp drei Wochen bereits mehr als hundert Modeunternehmen dazu, Mohair-Produkte aus ihrem Sortiment zu verbannen. Nach Gesprächen mit PETA Deutschland veranlasste Tchibo nun ebenfalls einen sofortigen Einkaufsstopp der unter tierquälerischen Bedingungen hergestellten Wolle. Bis 2020 soll es auch keine Restbestände mit Mohair mehr geben. Damit setzt das Unternehmen ein wichtiges Zeichen für

Redaktion Wild beim Wild — 30. Mai 2018

Von PETA Asia veröffentlichtes Videomaterial von südafrikanischen Ziegenfarmen bewegte innerhalb von knapp drei Wochen bereits mehr als hundert Modeunternehmen dazu, Mohair-Produkte aus ihrem Sortiment zu verbannen. Nach Gesprächen mit PETA Deutschland veranlasste Tchibo nun ebenfalls einen sofortigen Einkaufsstopp der unter tierquälerischen Bedingungen hergestellten Wolle. Bis 2020 soll es auch keine Restbestände mit Mohair mehr geben. Damit setzt das Unternehmen ein wichtiges Zeichen für den Tierschutz in der Modeindustrie.

Blutige Schnittwunden ohne Betäubung genäht

«Viele Ziegen hatten nach der Schur blutige Schnittwunden, die ohne Betäubung mit Nadel und Faden zugenäht wurden», so Johanna Fuoss, Fachreferentin für Tiere in der Bekleidungsindustrie bei PETA Deutschland. «PETA appelliert daher an alle Menschen, beim Einkauf auf das Etikett zu achten, Produkte mit Mohair im Regal liegen zu lassen und sich stattdessen für tierfreundliche, vegane Mode zu entscheiden.»

Südafrika ist für über 50 Prozent des weltweit verkauften Mohairs verantwortlich. Die Aufnahmen haben mehrere führende Unternehmen davon überzeugt, Mohair aus ihrem Sortiment zu streichen, darunter etwa die Arcadia Group, Gap Inc., Inditex – eines der weltweit grössten Textilunternehmen und Zara-Eigentümer – sowie die H&M-Gruppe.

40’000 Ziegen an einem Wochenende erfroren

Zwölf Betriebe wurden im Januar und Februar dieses Jahres von einem Augenzeugen besucht. Arbeiter zerrten Ziegen an den Hörnern und Beinen umher oder hoben sie am Schwanz hoch, wobei das Rückgrat brechen kann. Nach der Schur warfen Arbeiter die Tiere zu Boden. Die Scherer werden pro Stück, nicht pro Stunde bezahlt. Sie arbeiten deshalb im Akkord und gehen grob vor, was bei vielen Ziegen zu blutigen Schnittwunden führt.

Farmer gaben zu, dass viele Ziegen nach der Schur an Unterkühlung sterben, wenn sie dem kalten Wind und Regen ausgesetzt sind. An nur einem einzigen Wochenende seien in Südafrika so 40’000 Tiere zu Tode gekommen.

Zu den mehr als hundert Unternehmen, die Mohair künftig aus ihrem Sortiment verbannen, zählt auch die Tom Tailor Group, die bereits nach der Herbst/Winterkollektion 2018 aus dem Verkauf von Mohair-Produkten aussteigt. Esprit wird den Produkten Mitte 2019 den Rücken kehren. Spätestens 2020 verschwindet die Wolle der Ziegen auch bei Marken wie Vero Moda, Only und Selected aus den Kollektionen. Mehr zu Tierrechten.

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