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Tierwelt

Sollen wir Insekten an unsere Haustiere verfüttern?

Produkte auf Insektenbasis sind immer häufiger in den Supermarktregalen zu finden, vor allem im Bereich der Tiernahrung.

Redaktion Wild beim Wild — 23. Mai 2025

Während die Insektenzuchtindustrie ursprünglich Alternativen zu Fleisch für den menschlichen Verzehr anbot, hat sie sich auf die Produktion von Tierfutter und Haustierfutter verlagert und macht grosse Versprechungen in Bezug auf Ernährung und Nachhaltigkeit.

Aber kann Insektenfutter für Haustiere diese Versprechen auch einlösen?

Der Pfotenabdruck von Heimtierfutter steht auf dem Prüfstand: Die gesamten Treibhausgasemissionen der Heimtierfutterproduktion belaufen sich auf 106 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent. Da die Europäer ein zunehmendes Interesse an ökologischer Nachhaltigkeit bekunden, ist alternative Heimtiernahrung ein begehrtes Gut. Tierfutter auf Insektenbasis wird oft als umweltfreundlichere und umweltfreundlichere Alternative präsentiert.

Es wurde jedoch festgestellt, dass Insektenzutaten für Heimtierfutter eine höhere Umweltbelastung (bis zu 15,1 kg CO2-Äq/kg) haben als die meisten Zutaten für herkömmliches Heimtierfutter, einschliesslich tierischer Nebenerzeugnisse.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Produktion von Insektenproteinen ressourcenintensiv ist und einen hohen Energie-, Wasser- und Landverbrauch erfordert.

Nahrhaft und vielseitig?

Heimtierfutter auf Insektenbasis wird als gesund und nahrhaft angepriesen und vielfach als hypoallergen bezeichnet, obwohl das Gegenteil bewiesen ist. So ergab eine Studie aus dem Jahr 2021, dass „Hunde, die gegen Milben allergisch sind, klinisch […] eine Kreuzreaktivität mit Mehlwurmproteinen zeigen können“. Ferner hat die Forschung gezeigt, dass die Allergenität von Insektenproteinen durch thermische Behandlungen nicht beseitigt wird, was die Frage aufwirft, ob solche Produkte für Haustiere mit bestehenden Allergien oder Empfindlichkeiten geeignet sind.

Heimtierfutter auf Insektenbasis wird oft mit einem hohen Proteingehalt angepriesen, was die Verbraucher in die Irre führt und den Preis pro Gramm Protein überschätzt. Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat festgestellt, dass der Proteingehalt von Insektenprodukten um etwa 20 % übertrieben ist. Diese Ergebnisse legen nahe, dass eine strengere Bewertung der nährwertbezogenen Angaben für Heimtierfutter auf Insektenbasis erforderlich ist.

Für das Haustierfutter werden in der Regel keine Nutz- oder Wildtiere geschlachtet. Das Haustierfutter im Supermarkt besteht in der Regel vollumfänglich aus Nebenerzeugnissen, welche für den Verkauf an Menschen nicht geeignet sind. Meist sind es nur wenige Prozente (unter 5 %) tierische Nebenerzeugnisse und der Rest sind pflanzliche Nebenerzeugnisse, Zucker, Getreide, Mineralstoffe usw., deklariert Carl Sonnthal von der IG Wild beim Wild.

Tausende von Insekten züchten, um ein Haustier zu ernähren

Da Insekten, die für die Herstellung von Heimtierfutter verwendet werden, oft nicht mehr als ein paar Gramm wiegen, müssen für einen einzigen Beutel Insektenfutter unter Umständen Tausende, wenn nicht Zehntausende von Insekten gezüchtet werden. Die Insektenzucht ist daher eine der tierintensivsten Industrien, in der bereits Billionen von Insekten ohne jeglichen Tierschutz gezüchtet werden.

Dies ist besorgniserregend, da es immer mehr Beweise dafür gibt, dass Insekten Gefühle empfinden, d. h. dass diese Tiere Schmerzen empfinden und Bedürfnisse haben. Die Auswirkungen von Heimtierfutter auf die Umwelt und die Gesundheit unserer Haustiere sind zwar von grosser Bedeutung, aber auch das Wohlergehen der Tiere, die für die Herstellung von Heimtierfutter gezüchtet werden. Bei der Massenzucht von Insekten kann dieser Aspekt nicht gewährleistet werden.

Die politischen Entscheidungsträger sollten Insektenfutter kritisch bewerten, bevor sie es als nachhaltige Alternative anpreisen. Unabhängige Studien und Lebenszyklusanalysen sind erforderlich, um sicherzustellen, dass sich die Probleme der Massentierhaltung nicht wiederholen oder fortbestehen. Eine klare Kennzeichnung und Transparenz bei der Vermarktung sind unerlässlich, um irreführende Nachhaltigkeitsaussagen zu verhindern.

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