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Tierrechte

Südafrika: Radioaktive Isotope gegen Nashorn-Wilderei

In Südafrika haben Biologen und Wissenschaftler eine neue Methode zur Abschreckung von Wilderern entwickelt, die es Nashörnern ermöglicht, ihre Hörner zu behalten.

Redaktion Wild beim Wild — 3. Juli 2024

Bisher war es gängige Praxis, Nashörner einzufangen und zu enthornen, um Wilderer davon abzuhalten, sie zu töten, aber das Fehlen eines Horns beeinträchtigte die sozialen Strukturen der Tiere nachhaltig.

Stattdessen wurden den Nashörnern in einer Aufzuchtstation in der nördlichen Provinz Limpopo radioaktive Isotope in die Hörner eingearbeitet. Die Idee ist, dass die von diesen Isotopen abgegebene Strahlung jeden an einem Grenzübergang als Besitzer eines Nashornhorns ausweist.

Es handelt sich um eine überlegene Form der Ortung, denn auch wenn der Fährtenleser entfernt wird, bleibt die Strahlung auf dem Horn und auf allem, was es berührt.

Nuklearforscher der Abteilung für Strahlung und Gesundheitsphysik der Universität von Witwatersrand in Südafrika haben 20 lebenden Nashörnern diese Isotope injiziert.

«Wir tun dies, weil es dadurch wesentlich einfacher wird, diese Hörner abzufangen, wenn sie über internationale Grenzen geschmuggelt werden, da es ein globales Netzwerk von Strahlungsmonitoren gibt, die zur Verhinderung von Nuklearterrorismus entwickelt wurden», erklärte Professor James Larkin, der das Projekt leitet, gegenüber Africa News. «Und wir machen uns das zunutze.»

Larkin fügt hinzu, dass Innovationen zur Verhinderung von Wilderei dringend erforderlich sind, da alle bestehenden Methoden ihre Grenzen haben und Südafrika immer noch jedes Jahr Dutzende Nashörner verliert.

Professor Nithaya Chetty, Dekan der naturwissenschaftlichen Fakultät am Witwatersrand, sagte, die Dosis der Radioaktivität sei sehr gering und ihre möglichen negativen Auswirkungen auf das Tier seien ausgiebig getestet worden.

Während Elefanten wegen ihres Elfenbeins gewildert werden, das ein einzigartiges Material für Bildhauerei und Kunsthandwerk darstellt, wird das Horn von Nashörnern an kriminelle Gruppen in Asien geschmuggelt, die es in dem falschen Glauben verkaufen, es enthalte therapeutische Eigenschaften.

Kritiker bezweifeln Wirksamkeit

Kritiker stellten sie Wirksamkeit der Methode in Frage, da Wilderer andere Wegen gefunden hätten, um Rhinozeroshorn aus dem Land oder vom Kontinent zu schaffen, so Pelham Jones von der südafrikanischen Private Rhino Owners Association. «Sie umgehen die Grenzübergänge, weil sie wissen, dass dies der Bereich mit dem höchsten Risiko der Beschlagnahme oder Abfangung ist», so Jones.

Nashorn-Wilderei nimmt wieder zu

Nach Angaben von Naturschützern gibt es weltweit noch etwa 27.000 Nashörner, schätzungsweise 16.000 davon leben in Südafrika. Dort werden pro Jahr etwa 500 getötet. Die Nashorn-Wilderei in Südafrika hat nach einem Rückgang während der Pandemie wieder deutlich zugenommen.

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