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Bildung

Illegale Tötung ist grösste Bedrohung für Luchse

Menschliche Einflüsse bestimmen die Überlebenswahrscheinlichkeit der europäischen Luchse stärker als natürliche Faktoren. Das zeigt ein internationales Team von Forschenden unter Leitung der Universität Freiburg, das Telemetriedaten von Luchsen aus ganz Europa analysierte.

Redaktion Wild beim Wild — 15. Februar 2025

Illegale Tötung ist die Haupttodesursache für Luchse in Europa – und das selbst bei Populationen, die unter Schutz stehen.

Das belegt eine internationale Studie unter Leitung der Naturschutzbiologen Prof. Dr. Marco Heurich und Dr. Joseph Premier von der Universität Freiburg, die nun in der Fachzeitschrift Conservation Biology veröffentlicht wurde.

Das Forschungsteam analysierte Telemetriedaten von 681 Eurasischen Luchsen (Lynx lynx) aus ganz Europa und stellte fest, dass menschliche Einflüsse die Überlebenswahrscheinlichkeit der Tiere insgesamt stärker bestimmen als natürliche Faktoren. Zur Erhaltung der Luchspopulationen müssten den Tieren sichere Habitate geboten und sie besser vor Hobby-Jägern geschützt werden, empfehlen die Forschenden. Auch in der Schweiz ist die Kriminalität im Umfeld der Hobby-Jagd ein zunehmendes Problem.

Menschliche Einflüsse dominieren die Sterblichkeit von Luchsen

Die Studie basiert auf einer der bisher grössten Datensammlungen zur Luchsmortalität in Europa. Mithilfe von Telemetriedaten aus 21 verschiedenen Forschungsprojekten konnten die Forschenden genaue Überlebensraten und Sterblichkeitsursachen ermitteln.

Das Forschungsteam fand heraus, dass über 33 Prozent der dokumentierten Todesfälle auf illegale Tötung zurückzuführen waren. Bemerkenswert war darüber hinaus, dass sich die Sterblichkeitsraten von Luchsen nicht signifikant zwischen geschützten und bejagten Populationen unterschieden. In beiden Fällen war der Einfluss des Menschen – beispielsweise durch legale oder illegale Hobby-Jagd und Verkehrsunfälle – die dominante Todesursache. Die Sterblichkeit der Luchse war insgesamt erhöht, denn der Rückgang natürlicher Todesfälle konnte die durch den Menschen erhöhte Mortalität nicht vollständig ausgleichen. Wie Studien belegen, scheitert die Hobby-Jagd als Populationskontrolle.

Die Forschenden stellten zudem fest, dass männliche Luchse einem höheren Sterberisiko ausgesetzt sind als weibliche, insbesondere während der Wintermonate und der Jagdsaison.

Schutz von Luchshabitaten entscheidend für den Erhalt der Populationen

Die Studie deutet auch auf mögliche Lösungsansätze hin. So konnten die Forschenden nachweisen, dass Luchse, die in grösserer Entfernung zu menschlicher Infrastruktur lebten, oft bessere Überlebenschancen hatten. Für die Erhaltung der Luchspopulationen sei es daher wichtig, Rückzugsgebiete zu erhalten und auszuweiten, in denen die Tiere vor menschlichen Eingriffen geschützt sind. Mehr zur Biodiversität und zum Tierschutzproblem.

«Unsere Studie zeigt, dass die Überlebenschancen der Luchse stark durch illegale Tötungen und andere anthropogene Faktoren beeinträchtigt werden – ähnlich wie bei anderen grossen Beutegreifern wie dem Wolf. Wenn Luchse langfristig eine Chance haben sollen, müssen wir konsequenter gegen illegale Tötung vorgehen und sicherstellen, dass sie ausreichend grossflächige, ungestörte und miteinander vernetzte Lebensräume haben», erläutert Heurich.

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