Wissenschaft

Wirksame Alternativen zur Jagd gegen die Afrikanische Schweinepest

Die massive Bejagung von Wildschweinpopulationen als Hauptansatz zur Begrenzung der weiteren Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) wird von der Eurogroup for Animals als inhuman und ineffizient angesehen.

Um die Ausbreitung dieser Krankheit erfolgreich einzudämmen, sind ein unvoreingenommener, wissenschaftlich fundierter Ansatz und innovative Lösungen erforderlich. Die Forschung zeigt, dass der Schwerpunkt auf der Prävention und der strikten Anwendung von Biosicherheitsmassnahmen liegen muss – zum Nutzen von Tieren, Menschen und der biologischen Vielfalt.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hoch ansteckende und tödliche Viruserkrankung, die sowohl Haus- als auch Wildschweine befällt. Sie wird jedoch von einigen als Vorwand für die Bejagung grosser Mengen von Wildschweinen gesehen, von der die Befürworter behaupten, dass sie die Ausbreitung der Seuche eindämmen wird. Natürlich geht es um mehr als menschliche Launen, und humane Alternativen zur Jagd sind wahrscheinlich wirksamer, ethisch vertretbar und wissenschaftlich begründet.

Das oft tödlich verlaufende, sich schnell ausbreitende Virus wird vor allem durch direkten Kontakt mit infizierten Schweinen sowie durch indirekten Kontakt mit Schweinen, Geräten und Futtermitteln übertragen. Die Krankheit verursacht grosses Leid und erhebliche wirtschaftliche Verluste. Von Litauen ausgehend hat sie sich allein zwischen 2014 und 2021 bereits in neun Ländern ausgebreitet.

Infolgedessen werden in Europa jedes Jahr Hunderttausende von Wildschweinen gejagt, um ihre Zahl einzudämmen und die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Doch abgesehen von den Schmerzen und dem Leid, die den Tieren zugefügt werden, zeigt die Wissenschaft, dass die Jagd auf Wildschweine zur Eindämmung der ASP nicht effektiv ist. Das Virus tritt sowohl in Populationen mit hoher als auch in solchen mit geringer Dichte auf, so dass eine Verringerung der Populationsdichte wahrscheinlich nicht wirksam ist. Hinzu kommt, dass die Jagd die Population realistischerweise nicht um die 67 % reduzieren könnte, die zur Stabilisierung der Wildschweinpopulationen erforderlich wären, und dass sich diese ohnehin wieder erholen. Mehr Jagd bedeutet viel mehr Geburten sowie Leid und stellt eine Gefahr für die Biosicherheit dar.

Die GD SANTE berichtet, dass trotz weit verbreiteter Sensibilisierungskampagnen für Jäger die Biosicherheitsmaßnahmen bei der Jagd nicht immer beachtet werden. Infolgedessen kommt es zu direktem Kontakt mit Blut und indirektem Kontakt mit kontaminierten Geräten, Werkzeugen und Kleidungsstücken, die ernst genommen werden müssen. Nicht zu vergessen ist die zusätzliche Ausbreitungskraft der derzeitigen intensiven landwirtschaftlichen Praktiken.

Was sind die Alternativen?

  • Die vom Menschen verursachte Virusverbreitung muss in erster Linie durch Sensibilisierungskampagnen und andere Methoden bekämpft werden, bei denen der Tierschutz im Vordergrund steht. Verhaltensänderungen und die Einhaltung von Biosicherheitsmassnahmen gehören zu den wichtigsten Faktoren.
  • Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hebt hervor, dass die Einhaltung von Biosicherheitsmassnahmen in landwirtschaftlichen Betrieben und der Verzicht auf jagdliche Aktivitäten, die zu einer Ausbreitung führen können, der Schlüssel zur Verringerung des Risikos einer Ausbreitung der ASP sind.
  • Zu den vielversprechenden Massnahmen zur Populationskontrolle gehört der Einsatz der immunologischen Empfängnisverhütung (GnRH GONACON), die vielversprechende Ergebnisse bei der Reduzierung der Fruchtbarkeit von Wildschweinen gezeigt hat, die unter Versuchsbedingungen mit einer einzigen Injektion gehalten werden.
  • Vorläufige Forschungsarbeiten sind vielversprechend für einen wirksamen Impfstoff in der Zukunft.

Angesichts der Tatsache, dass die Jagd keine wirksame Lösung darstellt, sondern das Risiko erhöht und den Tieren zweifellos Leid zufügt, fordern wir die EU auf, in die Forschung zu investieren, um wirksame Methoden zur Fruchtbarkeitskontrolle bei Wildschweinen zu entwickeln und einen sicheren und wirksamen Impfstoff gegen das Virus zu finden.

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