Die Zahl der Bienen und anderer Bestäuber nimmt weltweit wegen der Zerstörung der Natur und des Einsatzes von Pestiziden weiter ab, so eine neue Studie.

Die Ausweitung von Weideflächen für Nutztiere, Monokulturen und der Einsatz von chemischen Düngemitteln sind der Studie zufolge ebenfalls wichtige Faktoren für den Rückgang der Bestäuber.

Bestäuber sind Insekten und Tiere, die Blüten besuchen und dabei helfen, Pollen, die Geschlechtszellen von Pflanzen, vom männlichen zum weiblichen Teil zu tragen, damit sich die Pflanzen fortpflanzen können.

Der Verlust von Pollenüberträgern, wie Bienen, Schmetterlingen, Wespen, Käfern, Fledermäusen, Fliegen und Kolibris könnte verheerende Folgen haben, so Lynn Dicks, Hauptautorin der Studie und Professorin am Institut für Zoologie in Cambridge, in einer Erklärung.

Die Bestäuber sind lebenswichtig für die Fortpflanzung von Nahrungspflanzen und blühenden Pflanzen, darunter Kaffee, Raps und die meisten Früchte.

Diese kleinen Lebewesen spielen eine zentrale Rolle in den Ökosystemen der Welt, einschliesslich vieler Ökosysteme, auf die Menschen und andere Tiere für ihre Ernährung angewiesen sind„, so Dicks weiter. „Wenn sie verschwinden, könnten wir in ernsten Schwierigkeiten stecken“.

Mit einem Team aus Wissenschaftlern und Vertretern indigener Völker versuchte Dicks, einen aktuellen weltweiten Überblick über die Bestäuberpopulationen, die verschiedenen Risiken für ihr Wohlergehen und die Folgen ihres Verschwindens für den Menschen zu erstellen.

In Afrika, im asiatisch-pazifischen Raum und in Lateinamerika, allesamt Gebiete, in denen die ärmere Landbevölkerung auf wild wachsende Nahrungsmittel angewiesen ist, stellen die Auswirkungen des Rückgangs der Bestäuber auf Wildpflanzen und -früchte eine ernsthafte Gefahr dar.

Lateinamerika wurde als die Region angesehen, die am meisten zu verlieren hat, da von Insekten bestäubte Pflanzen wie Cashews, Sojabohnen, Kaffee und Kakao für die heimische Lebensmittelversorgung und den internationalen Handel unerlässlich sind.

Auch indigene Völker sind in hohem Masse auf bestäubte Pflanzen angewiesen.

In Nordamerika, wo Bestäuber eine Schlüsselrolle bei der Apfel- und Mandelproduktion spielen, bestand die Hauptgefahr in einem Massensterben aufgrund von Krankheiten und dem sogenannten Kollaps der Bienenvölker in industriellen Bienenstöcken.

In China und Indien, die zunehmend auf Obst- und Gemüsekulturen angewiesen sind, die Bestäuber benötigen, bedeutet der Verlust natürlicher Quellen, dass die Pollenübertragung manchmal von Hand erfolgen muss.

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