Die Feststellung, dass Rotwild mit Covid-19 in Berührung gekommen ist, ist nicht unerwartet, da Weisswedelhirsche für das Virus empfänglich sind.

Nordamerikanisches Rotwild, das sich gerne in der Nähe von mensch­lichen Siedlungen aufhalte, ist laut einer Studie zu­folge zu 40 % mit SARS-CoV-2 infiziert. Das Rotwild könnte zu einem neuen Reservoir des Pandemie­virus geworden sein.

Der Weiss­wedelhirsch ist von Südkanada bis Peru und Nordbrasilien verbreitet. Allein in den USA soll es 30 Millionen davon geben. Diese sind weniger scheu als ihre europäischen Verwandten.

Die Blutproben stammen von Wildtieren aus den Staaten Illinois, Michigan, New York, Ohio und Pennsylvania. Dies bedeutet, dass es sich nicht um einen lokalen Ausbruch handelt. Das Virus scheint sich unbemerkt unter dem Rotwild ausgebreitet zu haben.

Dies sind die ersten Hirsche weltweit, bei denen das SARS-CoV-2-Virus nachgewiesen wurde also offenbar eine Infektion durchgemacht haben.

Die Wildtiere zeigten laut dem US-Landwirtschaftsministerium USDA keine Infektionssymptome.

Wir wissen nicht, wie die Hirsche SARS-CoV-2 ausgesetzt waren. Möglicherweise wurden sie durch Menschen, fliessendes Wasser, die Umwelt, andere Hirsche oder eine andere Tierart ausgesetzt.

USDA-Sprecherin Lyndsay Cole

Das USDA hat zuvor COVID-19 bei Tieren wie Hunden, Katzen, Tigern, Löwen, Schneeleoparden, Ottern, Gorillas und Nerzen gemeldet. Die meisten Tierinfektionen wurden laut USDA bei Tieren gemeldet, die engen Kontakt mit einem Menschen mit COVID-19 hatten.

Laut dem USDA ist es wichtig, dass Menschen mit Verdacht auf oder Bestätigung von COVID-19 den Kontakt mit Haustieren und anderen Tieren vermeiden, um sie vor einer möglichen Ansteckung zu schützen.

Überlegungen für Hobby-Jäger

  1. Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass Rotwild eine Infektionsquelle für den Menschen darstellen könnten. Es ist jedoch bekannt, dass einige Wildtiere für eine Infektion anfällig sind. Einige nicht einheimische Wildtiere, darunter Grosskatzen und nichtmenschliche Primaten, haben sich in Gefangenschaft, z. B. in Zoos, infiziert.
  2. Es gibt keine aktuellen Hinweise darauf, dass man sich durch die Zubereitung oder den Verzehr von Lebensmitteln mit COVID-19 infizieren kann, auch nicht durch Fleisch von Wildtieren, die hierzulande gejagt werden. Allerdings können sich Hobby-Jäger bei der Verarbeitung oder dem Verzehr von Wild mit vielen anderen Krankheiten infizieren.

Hobby-Jäger sollten bei der Verarbeitung von Wildtieren stets gute Hygiene walten lassen und die Empfehlungen zur Lebensmittelsicherheit beachten, wie:

  • Den Kontakt zwischen Wildtieren und Haustieren vermeiden, einschliesslich Haustieren und Jagdhunden.
  • Keine Wildtiere verarbeiten, die krank aussehen oder tot aufgefunden werden.
  • Wildfleisch sauber halten und so schnell wie möglich kühlen.
  • Das Durchtrennen des Rückgrats und der Wirbelsäule vermeiden und das Gehirn von Wildtieren nicht essen.
  • Gummi- oder Einweghandschuhe tragen.
  • Nicht essen, trinken oder rauchen während der Verarbeitung.
  • Danach Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen.
  • Das Messer, Geräte und Oberflächen reinigen, die mit Wildfleisch in Berührung gekommen sind, mit Wasser und Seife und desinfizieren.
  • Wildfleisch gründlich durchkochen (bis zu einer Innentemperatur von 75° oder höher).
  • Bei der staatlichen Wildtierbehörde nach etwaigen Testanforderungen für andere Krankheiten und nach speziellen Anweisungen für die Zubereitung, den Transport und den Verzehr von Wildfleisch erkundigen.

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