Eine 3-jährige Studie in Botswana belegt, dass männliche Elefanten aggressiver sind, wenn sich nur wenige ältere Elefantenbullen in der Nähe befinden.

Altbullen senken offenbar das Empfinden von Bedrohungen bei den jüngeren Männchen und geben soziale Orientierung. Dadurch werden diese ruhiger und stellen damit auch ein geringeres Risiko für Menschen dar.

Mit dem Projekt wollte die Forschungsgruppe einem eher selten analysierten Bereich der Verhaltensforschung Aufmerksamkeit schenken, nämlich den Beziehungen in rein männlichen Elefantengruppen. „Anscheinend spielt die Anwesenheit erfahrener, älterer Elefanten in den Gruppen eine Schlüsselrolle dabei, die jüngeren, weniger erfahrenen Männchen ruhig zu halten“, sagt die Biologin Connie Allen, Hauptautorin der Studie.

Bei der Erhebung zeigte sich: Wenn wenige alte Bullen in der Nähe waren, legten die Elefanten aggressiveres Verhalten an den Tag – zumindest gegenüber allem, was kein Elefant ist. Dazu zählte das Forschungsteam unter anderem Fahrzeuge und andere Tierarten.

Da sowohl Trophäenjäger als auch Wilderer es insbesondere auf die „mächtigstenElefanten abgesehen haben, widerlegt auch diese Studie die Greenwashing-Marketingstrategie der „nachhaltigen Jagd“ der militanten Jagdverbänden. Vielmehr gefährdet das zunehmend die Menschen und ihre Existenz vor Ort. Einer von vielen Gründen, endlich die Einfuhr von Jagdtrophäen geschützter Arten zu verbieten.

Das Verständnis der Elefantenaggression ist für den Schutz des Lebens und der Lebensgrundlagen der Menschen, die mit dieser Tierart zusammenleben, von entscheidender Bedeutung.

Die von Elefanten beobachteten aggressiven Verhaltensweisen können auch in Gebieten mit grösserer menschlicher Präsenz auftreten, auch dort, wo sich Menschen ohne den Schutz von Fahrzeugen bewegen.

Weltweit sind Elefanten für einen beträchtlichen Anteil der von grossen Säugetieren verursachten Verletzungen und Todesfälle beim Menschen verantwortlich. Bereits frühere Forschungen haben ergeben, dass physiologisch gestresste Elefanten eher zu aggressiven Begegnungen mit Menschen neigen.

Die Ergebnisse legen nahe, dass Wildtiermanager darauf achten sollten, dass zahlreiche reife Bullen in Elefantenpopulationen vorhanden sind, da ihre verstärkte Anwesenheit mit einer geringeren Aggression männlicher Elefanten gegenüber nicht-elefantischen Zielen verbunden war.

Männliche Elefanten in der Pubertät, die sozial isoliert sind, oder Elefanten aller Altersstufen, die nicht in der Lage sind, sich mit reifen Männchen zu vergesellschaften, sind möglicherweise empfänglicher für aggressives Verhalten und stellen eine grössere Bedrohung für Menschen und Nutztiere dar.

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