Wildtiere

Zoos: Tiger in New York mit Coronavirus infiziert

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Die Tiger-Dame „Nadia“ wurde in einem New Yorker Zoo laut einem Medienbericht zufolge positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Sie und drei weitere Tiger sowie drei Löwen zeigen Symptome wie trockenen Husten, Atembeschwerden und Appetitlosigkeit. 

Vermutlich haben sich die Grosskatzen bei einem infizierten, jedoch symptomfreien Zoowärter angesteckt. Da nun bestätigt scheint, dass eine Übertragung vom Menschen auf Wildtiere möglich ist, appelliert PETA an deutsche Zoos, zum Schutz der Tiere bei jeglichem Kontakt strenge Hygienemaßnahmen durchzusetzen, etwa das verpflichtende Tragen von Atemschutzmasken und das Desinfizieren der Schuhe. Die Tierrechtsorganisation kritisiert vor diesem Hintergrund zudem die Forderung der zoologischen Einrichtungen nach einer baldigen Wiedereröffnung und Lockerung der Massnahmen: Das Risiko für die Tiere, dass auch Besucher das Virus einschleppen könnten, ist derzeit nur schwer einzuschätzen.

„Wie der Fall aus New York zeigt, ist zumindest für einige Tiergruppen wie Grosskatzen eine Übertragung des neuartigen Coronavirus von Mensch zu Tier möglich. Auch bei Menschenaffen warnen Wissenschaftler eindringlich vor den Gefahren einer Infektion“, so Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche. „Wir appellieren daher mit Nachdruck an alle deutschen Zoos, spätestens jetzt sicherzustellen, dass die Ansteckungsgefahr für die eingesperrten Wildtiere durch strikte Hygienemaßnahmen in der Tierpflege minimiert wird.“

In New York sind alle vier Zoos wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Die US-Ostküstenmetropole ist das am stärksten von der Pandemie betroffene Gebiet der Vereinigten Staaten.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich auch Menschenaffen mit SARS-CoV-2 infizieren können. Als nächste Verwandte des Menschen sind die Säugetiere auch für andere Krankheitserreger der menschlichen Atemwege anfällig. In den vergangenen Jahren sind mehrfach Menschenaffen in Zoos an Infektionskrankheiten gestorben. Da bereits Krankheitserreger, die beim Menschen nur leichte Symptome hervorrufen, für Menschenaffen oft tödlich waren, könnte Covid-19 für Menschenaffen besonders gefährlich sein. Um keine Risiken einzugehen, sind Zoos in der Verantwortung, das Virus ernst zu nehmen und in allen Bereichen entsprechende Schutzmaßnahmen durchzuführen.

Artgerechte Haltung von Tieren in Gefangenschaft wie Zoos unmöglich

Tierschützer weisen darauf hin, dass kein vermeintlich noch so grosses oder optisch ansprechendes Zoogehege auch nur annähernd dem natürlichen Lebensraum der Tiere entspricht. Infolgedessen werden viele Tiere krank, entwickeln Verhaltensstereotypien oder sterben weitaus früher als ihre Artgenossen in freier Natur. Insbesondere bei bedrohten Tiergruppen wie Menschenaffen, Bären oder Grosskatzen können Zoos zudem kaum langfristig erfolgreiche Auswilderungen vorweisen – die Tiere können Verhaltensweisen, die für ein Überleben in der Natur unverzichtbar sind, in Gefangenschaft nicht oder nur schwer erlernen. Somit leisten Zoos nahezu keinen Beitrag zum Artenschutz; dies zeigt sich auch beim Vergleich der Spendenabgaben an Projekte vor Ort (in-situ-Artenschutzprojekte) und dem in zoologischen Einrichtungen betriebenen Aufwand, um einige wenige Tiere in Gefangenschaft zu halten und für zahlendes Publikum auszustellen: Während meist Millionen Steuergelder in Zuchtprogramme und kostenintensive Bauprojekte der Zoos fliessen, sind die Spenden an Organisationen, die in den natürlichen Lebensräumen bedrohter Tierarten echten Artenschutz betreiben, verschwindend gering.

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Die Artikel auf der Website der IG Wild beim Wild sind von und mit den Mitarbeitern von der IG und weiteren Co-Autoren als auch von Dritten.

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