Wildtiere

Stirbt der Balkanluchs aus?

Dass der Balkanluchs kurz vor dem Aussterben steht und zu den geschützten Arten zählt, ist nur den wenigsten Menschen bekannt.

Seit 15 Jahren arbeitet ein Team des Balkan Lynx Recovery Program für den Schutz des Balkans Luchs (Lynx lynx balcanicus).

Der Balkanluchs wird als vom Aussterben bedrohte Unterart der Eurasischer Luchs und in Anhang II der Berner Konvention gelistet, was ihm einen stärkeren Schutz gewährt.

Seine Population verteilt sich derzeit nur in der Grenzregion zwischen Nordmazedonien und Albanien und dem westlichen Kosovo. Insgesamt ist die Reichweite sehr eingeschränkt und die Population besteht nach aktuellen Schätzungen aus weniger als 50 Wildtieren. Neben dem hohen Risiko vom Aussterben bedroht zu sein und aufgrund der extrem geringen Populationsgrösse ist der Balkanluchs stark bedroht durch die Jagd bzw. Wilderei der Tiere selbst sowie seiner Hauptbeutetiere (Rehe und Gämsen) und die Vernichtung seines Lebensraums zum Beispiel durch Abholzung. Der Lebensraum wird auch durch Bergwerksaktivitäten, Steinbrüche und neue Wasserkraftwerke eingeschränkt. Weiter tragen der Strassenverkehr und das Fehlen von Wildtiermanagement sowie früher kriegerische Auseinandersetzungen zur Gefährdung der Unterart bei.

Die Schaffung neuer Nationalparks so wie die temporären Jagd- und Holzschlag-Verbote in Albanien sind Erfolge der Naturschützer zur Rettung des Lebensraums des Luchses. Weitere Bedeutung kommt der Aufklärung der lokalen Bevölkerung zu, die in den letzten Jahren ausführlich geschult wurde

In Nordmazedonien ist der Luchs, die grösste Katze des Balkans, das Nationaltier, das auch auf der 5-Denar-Münze abgebildet ist. Über das scheue und sehr seltene Tier ist nur wenig bekannt.

Der Balkanluchs unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Unterarten des Europäischen Luchses. Er unterscheidet sich vor allem durch eine geringere Grösse und einem höheren Anteil von Tieren ohne schwarze Tupfen im Fell von den anderen Unterarten.

Die Tiere werden 18 bis 25 Kilogramm schwer, 80 bis 130 Zentimeter lang und 60 bis 75 Zentimeter hoch. Das schwerste gefangene Männchen wog 27 Kilogramm.

Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren Luchse auf der ganzen Balkanhalbinsel verbreitet. Die Ausrottung begann – später als in Westeuropa – erst im 18. Jahrhundert, in anderen Gebieten, wo er noch heute verbreitet ist, sogar erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es wird angenommen, dass es am Ende der 1930er Jahre nur noch maximal 20 Individuen gab. Mitte der 1970er Jahre soll sich der Bestand auf 280 bis 400 Individuen erholt haben. Aber schon in den 1980er Jahren setzte ein rascher Rückgang ein.

1 Kommentar

  1. Karin Erker

    So ein schönes Tier abzuknallen dadurch stirbt er aus … schrecklich die Menschen, die Tiere ausrotten und nicht schützen in der Natur.

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