Wildtiere

Spitzmaulnashorn: Bestand stabilisiert sich

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Das Spitzmaulnashorn oder Schwarze Nashorn (Diceros bicornis) ist eine Säugetierart aus der Familie der Nashörner. Es ist nach dem Breitmaulnashorn die zweitgrösste Nashornart des afrikanischen Kontinents.

Die bis zu 1.400 Kilogramm schweren Tiere sind Bewohner der Savannen und offenen Landschaften und heute unter anderem in Ost- und Südafrika zu finden. Dort ernähren sie sich überwiegend von weicher Pflanzenkost, dabei meist von verschiedenen Akazienarten. Dabei sind sie einzelgängerisch und leben in Territorien von bis zu 40 km² Grösse. Ein weibliches Tier bringt wie bei allen Nashörnern üblich pro Wurf ein einzelnes Junges zur Welt, das bis zu zwei Jahre gesäugt wird. Der Ursprung des Spitzmaulnashorns liegt in Afrika und reicht bis zu 17 Millionen Jahre zurück, nahe Verwandte der Nashornart kamen aber auch während ihrer Stammesgeschichte in Ostasien vor. Die Nashornart wird aufgrund der Hörner stark bejagt und ist vom Aussterben bedroht.

Die Population des Spitzmaulnashorns in Afrika hat sich nach dramatischen Einbrüchen in den 70er Jahren nun leicht erholt. 2012 bis 2018 stieg die Anzahl der Tiere in der Wildnis von 4845 auf 5630. Gleichwohl bleibt das Tier vom Aussterben bedroht.

Die Unterart des Diceros bicornis, das Südwestliche Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis occidentalis), hat sich so weit erholt, dass es die Weltnaturschutzunion (IUCN) in ihrer aktualisierten Roten Liste der bedrohten Tiere von «gefährdet» auf Kategorie «potenziell gefährdet» herabstufte. Die Experten haben seit Dezember 2019 fast 4000 weitere Tier- und Pflanzenarten beurteilt. Insgesamt umfasst die Liste heute 116’177 Arten. 31’030 gelten als gefährdet, etwa 850 mehr als im Dezember.

Die Erholung des Spitzmaulnashorns zeige, dass Schutzanstrengungen funktionierten, sagte die amtierende IUCN-Generaldirektorin Grethel Aguilar. In den Bemühungen nachzulassen wäre aber gefährlich, meinte sie: «Wilderei und illegaler Handel bleiben akute Bedrohungen.» Wichtig sei es, dass die ortsansässige Bevölkerung an Schutzprogrammen beteiligt sei und davon profitiere.

Die Weltnaturschutzunion, die 1300 Mitglieder hat, wehrte sich im Februar gegen Vorwürfe, sie stehe unter ungebührlichem Einfluss von Trophäenjägern oder Herstellern etwa von Lederwaren. Vertreter von Jagdverbänden versuchten in einflussreichen IUCN-Gremien, Jagdrechte auch bei bedrohten Arten auszuweiten, hiess es im einem Artikel der Webseite Buzzfeed. Der Verband teilte dazu mit, dass gut regulierte Jagd eine positive Rolle beim Naturschutz spiele. So könnten mit dem Geld aus Jagdlizenzen Wildhüter engagiert werden, die Bestände schützen

Hornpulver als imaginäres Krebsmedikament

Gefährdet ist auch das Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum). Zwar gibt es davon mehr Exemplare als vom Spitzmaulnashorn, aber der Rückwärts-Trend ist bedrohlicher. Zwischen 2012 und 2017 ist die Anzahl Breitmaulnashörner laut IUCN um 15 Prozent auf 18’000 gesunken. Damit sei das Wachstum der Population in den fünf Jahren davor praktisch zunichte gemacht worden. Problematisch sei vor allem die Wilderei im Kruger-Nationalpark in Südafrika, wo die grösste Population zuhause ist. Das nördliche Breitmaulnashorn sei womöglich in der Wildnis bereits ausgestorben, wird vermutet.

Das Breitmaulnashorn sei bei Wilderern begehrter als das Spitzmaulnashorn, weil es ein grösseres Horn habe, so die IUCN. Das Horn gilt gerieben beispielsweise in Vietnam als Heilmittel gegen Krebs, obwohl es dafür keinerlei medizinische Hinweise gibt. Während 2015 nach Schätzungen noch etwa 1450 Nashörner gewildert wurden, waren es 2018 noch knapp 900, so die IUCN. Vorläufige Zahlen für das vergangene Jahr deuteten auf einen weiteren Abwärtstrend.

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