Füchse in permanenter Todesangst.

Nach Anklageerhebung gegen Betreiber der Schliefenanlage in Lemgo, hat PETA nun auch die Verantwortlichen der Schliefenanlage des Jagdverbandes Pritzwalk bei der Staatsanwaltschaft Neuruppin und die Verantwortlichen der Schliefenanlage im saarländischen Warndt angezeigt.

Grund sind Verstösse gegen das Tierschutzgesetz. Die Tierrrechtsorganisation fordert eine Schliessung der Anlage sowie die Beschlagnahmung der eingesperrten Füchse. Wie in den rund 100 anderen Schliefenanlagen in Deutschland werden Füchse dort immer wieder aufs Neue in unterirdische Tunnel getrieben. Dort versetzen Hunde, die für die Baujagd „scharfgemacht“ werden sollen, sie in Todesangst. Dabei stellt es das Tierschutzgesetz unter Strafe, einem Wirbeltier länger anhaltende oder sich wiederholende Leiden zuzufügen. PETA hat neben der Anlage in Pritzwalk weitere 19 Betreiber im ganzen Bundesgebiet angezeigt, um auf die massiven und andauernden Qualen der Füchse in Schliefenanlagen aufmerksam zu machen. Die Betriebe verstossen nach Auffassung der Organisation grundsätzlich gegen Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes sowie die einschlägigen Strafrechts- und Ordnungswidrigkeits-Regelungen. Ein Verbot der Tunnelsysteme ist überfällig: In angrenzenden Käfigen werden dort Füchse gefangen gehalten, um Hunde für die Baujagd abzurichten.

Füchse haben wie Menschen und alle anderen Tiere ein Leben in Freiheit verdient, statt eingesperrt und zur Jagdhundeausbildung missbraucht zu werden. Schliefenanlagen sind an Tierschutzwidrigkeit und Grausamkeit kaum zu überbieten. Es ist bezeichnend für Jäger und ihr blutrünstiges Hobby, dass sie ohne Mitgefühl Dutzende Füchse dauernder Todesangst aussetzen. „Schliefenanlagen müssen sofort verboten werden. Mit der Anzeige wollen wir die Grausamkeiten, die sonst im Verbogenen stattfinden, ans Licht der Öffentlichkeit bringen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA

Schliefenanlagen sind trotz ihrer klar tierquälerischen Ausrichtung bislang in Deutschland noch nicht verboten, genau wie Baujagden. Füchse sind in den Anlagen permanent in einem Zustand der Todesangst, denn immer wieder hetzen Hobby-Jäger Hunde in das Tunnelsystem, das den Fuchsbau simulieren soll. Zwar wird der Fuchs in einen durch Gitter von den Hunden getrennten Kessel gesetzt, um dort aufgespürt zu werden, doch lebt er in einem „Zuhause“, in dem er ständig um sein Leben fürchten muss. Generell bedeutet es für ein Wildtier wie den Fuchs erheblichen Stress, in Gefangenschaft zu leben und immer wieder in Kontakt mit Menschen und Hunden zu kommen. Dabei ist nicht nur das „Training“ für die Baujagd, sondern die Jagd an sich so grausam wie unnötig.

Fuchsjagd ist kontraproduktiv und grausam

Hobby-Jäger stellen Füchsen mit Fallen, Gewehren und der Baujagd nach. Häufig flüchten angeschossene Tiere mit offenen Wunden oder sterben qualvoll und langsam in den Fallen. Im vergangenen Jagdjahr in Deutschland wurden allein in Brandenburg über 22.000 Füchse durch Wildtierkiller getötet, bundesweit fast eine halbe Million Tiere. Füchse dienen Hobby-Jägern hauptsächlich als lebende Zielscheiben, denn weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht besteht ein Grund für ihre massenhafte Bejagung. Zudem hat die Jagd auf Füchse keinerlei regulierende oder reduzierende Auswirkungen auf die Population, weil Verluste rasch durch Zuwanderung und steigende Geburtenraten ausgeglichen werden. Fuchspopulationen regulieren sich aufgrund von Sozialgefügen, Nahrungsverfügbarkeit und Krankheiten selbst. Aufgrund der Faktenlage ist die Fuchsjagd in Luxemburg bereits seit April 2015 verboten.

Ein solches Verbot ist in Deutschland überfällig – daher hat PETA eine entsprechende Petition ins Leben gerufen.

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