Wildtiere

Pablo Escobars Flusspferde sollen Verhütungsmittel erhalten

Der kolumbianische Drogenbaron Escobar schaffte sich einst Flusspferde für seinen Tierpark an.

Angesichts der ungebremsten Ausbreitung der Nachkommen von Pablo Escobars Flusspferden suchen Behörden und Institutionen in Kolumbien nach einer gemeinsamen Lösung.

«Wir haben bei der kolumbianischen Botschaft in den Vereinigten Staaten Unterstützung beim Erwerb des Langzeitverhütungsmittels GonaCon für Grosstiere beantragt», hiess es in einer Mitteilung der regionalen Umweltagentur Cornare. Ihr unterliegt zusammen mit dem Umweltministerium, dem Instituto Humboldt und Universitäten des südamerikanischen Landes die Entscheidung über die Zukunft der «Kokain-Hippos».

Escobar galt zur Blütezeit seines Drogenimperiums als einer der reichsten Menschen der Welt. Kein Wunder also, dass sich «El Patrón» oder «Don Pablo», wie er genannt wurde, einen privaten Zoo zulegte. In seinem 63-Millionen-Dollar-Anwesen hielt Escobar Giraffen, Tiger, Zebras, Löwen und eben auch Nilpferde.

Kolumbianische und mexikanische Forscher hatten in einer Studie kürzlich empfohlen, die Tiere zu töten. Bislang glaubten Forscher, dass die verwilderten Nachkommen von Pablo Escobars Flusspferden die Ökosysteme zerstörten.  In der Fachzeitschrift «Proceedings of the National Academy of Sciences» argumentieren Forscher, dass Nilpferde lediglich eine ökologische Nische füllten, die ursprünglich von anderen Grosssäugern besetzt worden sei. So seien die Nilpferde keine Bedrohung, sondern stellten die Funktion mehrerer ausgestorbener Arten wieder her.

Der Drogenbaron Escobar brachte einst vier afrikanische Flusspferde auf seine Hacienda Nápoles, zuletzt streiften geschätzt zwischen 65 und 80 Tiere durch die Region. Sie zerstören Felder, bringen das Ökosystem aus dem Gleichgewicht und Anwohner in Gefahr. Die Experten fürchten, dass sich die vermehrungsfreudigen Wildtiere in grösseren Teilen Kolumbiens niederlassen. Laut Carlos Valderrama, Tierarzt und Naturschützer, handelt es sich um die grösste Nilpferdherde ausserhalb Afrikas, ihrer Heimatregion. 

Nachdem Escobar 1993 von Sicherheitskräften erschossen worden war, verfiel die Hacienda Nápoles. Die Nilpferde zogen in die umliegenden Wälder und pflanzten sich fort. «Das (Töten) ist eine Option, die immer auf dem Tisch war, aber das ist nicht die einfachste», hatte der Biologe David Echeverri von Cornare der Zeitung «El Tiempo» gesagt. Die Umweltagentur Cornare untersucht das Vorkommen der Nilpferde in dem Departamento Antioquia, in dem die Hacienda Nápoles liegt, seit Jahren. Es würden nun auch andere Möglichkeiten wie die chemische Kastration geprüft.

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