Wildtiere

In Graubünden, Wallis und Waadt wachsen neue Jäger heran

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Wie bereits länger vermutet, hat sich im Einzugsgebiet des Vorderrheins in Graubünden ein neues Wolfsrudel gebildet. Das neue Rudel erhielt die Bezeichnung Stagias-Rudel. Die erste Bestätigung stammt aus der Nähe von Sedrun.

Die grosse Wolfspräsenz rund um Sedrun und Disentis deutete schon länger darauf hin, dass sich in dieser Region ein weiteres Wolfsrudel bilden wird. Nun hat sich diese Vermutung bestätigt. Bis jetzt konnten drei Jungtiere beobachtet werden. Das Revier des neuen Rudels umfasst das Gebiet Sursassiala. Es erstreckt sich über die Gemeindegebiete Tujetsch, Disentis/Muster und Medel (Lucmagn). Mit dem neuen Rudel sind nun zusammen mit dem Morobbia-Rudel an der Kantonsgrenze zum Tessin sechs Rudel bestätigt, welche ihre Streifgebiete im Kanton Graubünden haben.

In Graubünden, Wallis und Waadt wachsen neue Jäger heran

Bekannte Wolfsrudel ebenfalls mit Nachwuchs

Am Heinzenberg, rund um den Glaspass konnten sowohl Schafhirtinnen als auch die Wildhut des Amts für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden mehrere Male Rufe von Wolfswelpen hören. Dies bestätigt die Annahme einer Reproduktion beim Beverin-Rudel. Noch ist aber nicht klar, um wie viele Welpen es sich handelt.

Auf einer Alp auf der Nordseite von Ilanz konnten von der Wildhut zwei erwachsene Wölfe mit fünf Jungwölfen beobachtet werden. Der Aufenthaltsort deutet darauf hin, dass es sich dabei um das Ringelspitz-Rudel handelt. Obwohl die Tiere über einen langen Zeitraum beobachtet werden konnten, lässt sich nicht ausschliessen, dass mehr als fünf Welpen zum Rudel gehören.

Auch in Obersaxen gab es Hinweise, dass das Valgronda-Rudel in diesem Jahr wieder Nachwuchs erhalten hat. Hier können ebenfalls noch keine Angaben zur Anzahl der Welpen gemacht werden.

In Graubünden, Wallis und Waadt wachsen neue Jäger heran

Weitere Beobachtungen von Welpen zu erwarten

Noch gibt es keine Informationen zu Nachwuchs beim Calanda-Rudel. Es ist nach wie vor nicht klar, ob neue Leittiere das Rudel übernommen haben und ob diese Nachwuchs produziert haben. Ebenfalls ist noch nicht bekannt, ob es in weiteren Regionen des Kantons Graubünden zu neuen Rudelbildungen mit Nachwuchs gekommen ist.

Update 5.8.2020

Im hinteren Albulatal konnte durch die Wildhut anfangs August ein neues Wolfsrudel mit mindestens sechs Welpen bestätigt werden. Mit diesem neuen Wolfsrudel sind es jetzt sieben Wolfsrudel, welche mehrheitlich auf Bündner Boden beheimatet sind.

Wolfsrudel im Wallis

Im Wallis hat dazu eine Wölfin in den Bergen über den Gemeinden Vionnaz und Vouvry mindestens vier Welpen geworfen. Die kantonale Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) stellte damit zum zweiten Mal ein Wolfsrudel im Chablais-Gebiet fest. Den Beweis für das Rudel erbrachte das Video einer Fotofalle, wie die Dienstelle mitteilte. Im Juni zeigte sich bei der Überwachung ein säugendes Muttertier.

Daraufhin intensivierte die DJFW die Überwachung mit Fotofallen und akustischen Geräten. Die Fotos, ein Video und Tonaufnahmen erbrachten den Beweis für mindestens vier Jungtiere. Die Analyse bewies, dass sich das Chablais-Rudel vermehrt hatte. Regelmässig halten sich in dem Gebiet drei ausgewachsene Tiere auf. Seit Anfang Jahr konnten die Walliser Behörden keinen Wolf in der Region genetisch identifizieren. Die Analyse aller Bilder sowie die Beobachtungen auf Platz beweisen indessen die Reproduktion des Chablais-Rudels sowie die regelmässige Anwesenheit von mindestens drei erwachsenen Wölfen.

Nachwuchs im Wolfsrudel auch in der Waadt

Vergangene Woche hatte auch der Kanton Waadt Wolfsnachwuchs gemeldet. In einem Wolfsrudel in der Region Marchairuz im Waadtländer Jura kamen in diesem Frühjahr mindestens fünf Welpen zur Welt. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Wölfe in dieser Region Nachwuchs gezeugt – das erste Mal seit 150 Jahren im Kanton Waadt.

Schweizweit wird die Zahl der Wölfe auf etwa 80 geschätzt. 2012 bildete sich im Calandagebiet in Graubünden das erste Rudel. Seither breiteten sich die Tiere weiter aus. Heute gehen Fachleute von mindestens neun Wolfsrudeln in der Schweiz aus. Noch keine Informationen gibt es über Nachwuchs im Calanda-Rudel.

25 Jahre Wolf in der Schweiz

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Die Artikel auf der Website der IG Wild beim Wild sind von und mit den Mitarbeitern von der IG und weiteren Co-Autoren als auch von Dritten.

1 Kommentar

  1. Avatar
    Rentsch Marielouise

    Es ist völlig normal, dass sich die Tiere paaren und vermehren. Wildtiere wie Wolf, Fuchs, Marder, Luchs sind extrem scheu. Sie flüchten sofort, wenn sie Menschen wahrnehmen. Auch schon Stimmen verjagen sie. Darum, Der beste Herdenschutz ist und bleibt der Hirte mit seinem Hund. Mit den neusten Technologien, Drohnen z.B., lässt sich die Überwachung zusätzlich verbessern. Aber auch Wölfe haben Hunger. Auch sie benötigen täglich Nahrung wie alle Lebewesen. Warum füttert man sie nicht z.B. mit Kadavern?

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