Wildtiere

Fallen für Wildtiere im Siedlungsraum vermeiden

Berücksichtigt man nur schon diese Punkte, kann der Tod von Hunderttausenden von Tieren vermieden werden.
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Hauseigentümer, Architekten, Gemeindeangestellte oder Hauswarte sind sich meist nicht bewusst, wie viele Fallen und Hindernisse es im Siedlungsraum gibt, die eine Bedrohung für die Tierwelt darstellen. Mit oft sehr einfachen Massnahmen lassen sich die meisten dieser Risiken vermeiden und damit viele Tierleben retten.

Todesfalle Glas

Die Vögel sehen Glasscheiben nicht. An der Aussenseite der Fenster angebrachte dichte Markierungen verhindern Kollisionen. Foto: BirdLife Schweiz

Glasflächen verursachen jedes Jahr eine hohe Vogelmortalität. Insbesondere gläserne Balkongeländer, gläserne Windschutzwände oder Fenster übers Eck sind für Vögel tödliche Fallen, da die Tiere Glas als solches nicht erkennen und voll hineinprallen. Oftmals spiegelt sich auch der umgebende Lebensraum im Glas und gaukelt so den Vögeln weitere Büsche und Bäume vor. Solche Fallen sollen bereits bei der Planung eines Baus vermieden werden. Bestehen gläserne Fallen schon, sind sie mit dichten Mustern zu bekleben. Dabei kann man der Fantasie Raum lassen. Wichtig ist einzig, dass Linien circa 1cm breit sind und nicht mehr als circa 10-12 cm auseinanderliegen. Schwarze Vogelsilhouetten haben eine zu geringe Wirkung.

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Bis zum Boden gezogene Zäune und Sicht- oder Lärmschutzmauern


Zäune zerschneiden den Lebensraum. Es ist wichtig, Durchlässe von mindestens 15 cm Breite einzufügen, damit sich die Tiere bewegen können.
Foto: BirdLife Schweiz

Mauern und Zäune zerschneiden zunehmend den Lebensraum in den Gärten und hindern Kleintiere am Wandern. Zäune und Mauern sollten daher einen Bodenabstand von 15-20 cm haben. Bei Lärmschutzwänden sind alle 10-15 m Durchgänge von 20×20 cm einzuplanen. Am besten setzt man aber eine Hecke aus einheimischen Sträuchern anstelle von Zäunen und Mauern. Sie bietet Lebensraum, Nahrung und Durchgang in einem.

Rücksicht bei der Pflege von Gärten und Böschungen

Bei der Pflege von Gärten und Böschungen werden vielfach Kleintiere geschnetzelt oder angeschnitten. Rasenroboter sollten daher nie nachts laufen gelassen werden, die Fläche vorher auf Kleintiere kontrolliert werden. Dasselbe Vorgehen ist auch beim Schnitt von Säumen bei Hecken wichtig, da sich oft Igel und Blindschleichen darin verstecken.

Leider werden immer noch Böschungen und Wegränder im Mai und Juni gemulcht. Damit wird nicht nur das wichtige Blütenangebot für Wildbienen vernichtet, sondern zugleich fast alle Tiere in der Böschung. Böschungen sollten nur einmal im Herbst möglichst mit Balkenmähern gemäht werden. Ein Teil der Böschung kann als Überwinterungsplatz für Insekten auch stehen gelassen werden.

In Schächte und Kellertreppen im Freien fallen oft Igel, Amphibien oder Blindschleichen. Schächte kann man mit einem sehr feinmaschigen Gitter abdecken. Ein raues Brett mit Querrillen am Rand der Treppe ermöglicht den Kleintieren den Ausstieg.

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