Um die Konflikte zwischen Menschen und Elefanten einzudämmen, haben die chinesischen Wildtierbehörden einen riesigen „Futterplatz“ entlang der bekannten Wanderrouten der Elefanten errichtet.

Mit fünf salzhaltigen Teichen und vielen verschiedenen Pflanzen, wie mindestens 38’000 Bananenstaude, die den Nahrungsbedarf der Elefanten decken, erstreckt sich der Elefanten-Futterplatz im Jinghong-Naturschutzgebiet über 670’000 Quadratmeter – so gross wie das Stuttgarter Montagewerk von Porsche oder rund 62 europäische Fussballfelder.

Das Projekt soll die Qualität des Lebensraums der Asiatischen Elefanten verbessern, ihre Nahrungsquellen bereichern und ihnen mehr zu fressen geben.

Elefanten legen jedes Jahr weite Strecken zurück, egal ob sie in China, Indien oder Afrika leben. Sie kennen weder Landbesitz noch Grenzen und können jedem Bauern, dessen Felder in der Nähe liegen, wenn ein Elefant beschliesst, dass es Zeit für sein Mittagessen ist, den wirtschaftlichen Ruin bringen.

Seit Ende des letzten Jahrhunderts stehen die Asiatischen Elefanten in Jinghong unter Schutz und ihre Zahl ist von 85 auf 185 gestiegen. Dies hat zu mehr Konflikten mit Einheimischen während den Wanderungen geführt.

Der Futterplatz wurde im Dezember letzten Jahres in Betrieb genommen und im Mai mit einem Kostenaufwand von 15 Millionen Dollar fertiggestellt. Seine Lage in einem nationalen Waldreservat wurde geschickt gewählt, um sicherzustellen, dass die Elefanten jedes Jahr während ihrer Wanderung daran vorbeikommen. Der „Futterplatz“ oder „Speisesaal„, wie Cha Wei, der stellvertretende Direktor des Jinghong-Reservats, ihn beschrieb, soll die Dickhäuter davon abhalten, nahe gelegene Farmen zu überfallen.

Wenn die Elefanten ausreichend Nahrung erhalten, werden sie nicht mehr in Dörfer und Anbauflächen eindringen, um dort nach Futter zu suchen, was zur Lösung von Konflikten zwischen Einheimischen und wilden Elefanten beitragen kann„, wird Herr Cha zitiert.

Letztes Jahr legten 14 Elefanten während einer 17-monatigen Wanderungszeit 500 Kilometer zurück.

Jetzt sind die Wildtiere in ihren traditionellen Lebensraum im Bezirk Mojiang in Yunnan zurückgekehrt, wo alle, einschliesslich eines unterwegs geborenen Kalbs, wohlauf sind.

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