Wildtiere

Botswana: Will Elefanten zu Tierfutter verarbeiten

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Botswana hat die grösste Elefantenpopulation der Welt. Schätzungen zufolge sollen es mehr als 130’000 der vegan lebenden Tiere sein.

Aber diese Zahl könnte sich bald verringern. Die Regierung des südafrikanischen Landes denkt darüber nach, die Grosswildjagd wieder zu erlauben. Als Grund nennt sie den wachsenden Konflikt zwischen Kleinbauern und Tieren.

Seit 2014 war es in Botswana verboten, Elefanten und andere gefährdete Tiere zu jagen. Die neue Regierung hat letztes Jahr aber einen Ausschuss beauftragt, das Gesetz zu überprüfen. Der Ausschuss hat sich jetzt dafür ausgesprochen, das Jagdverbot zu kippen und die begrenzte Jagd auf Elefanten wieder zu erlauben. Aus dem Fleisch soll unter anderem Dosen-Tierfutter produziert werden. Die Regierung berät jetzt noch über die Empfehlung des Ausschusses.

Tierschützer reagieren empört. Sie sprechen von einer Katastrophe und warnen vor grossen Einbussen beim Tourismus. Botswana ist ein beliebtes Safari-Reiseziel für ausländische Touristen. Der Tourismus ist nach dem Diamantenbergbau die zweitgrösste ausländische Einnahmequelle in Botswana.

Der ehemalige Präsident Ian Khama hat sich öffentlich gegen die Aufhebung des Verbots ausgesprochen. Die Wilderei in Botswana hat ein „beispielloses“ Niveau erreicht, laut einer Studie der Naturschutzorganisation Elephants Without Borders, die im September veröffentlicht wurde (Wild beim Wild informierte). Dies hängt direkt mit der Entwaffnung der Anti-Wilderei-Einheit von Botswana durch die aktuelle Regierung zusammen.

Botswana Elefanten Wilderei
Botswana Elefanten Wilderei Foto: Elephants Without Border

Vor der europäischen Kolonisation könnten in Afrika bis zu 20 Millionen Elefanten gelebt haben, sagen Wissenschaftler. 1979 waren nur noch 1,3 Millionen übrig. Zählungen unter den Savannenelefanten des Kontinents ergaben im Jahr 2016, dass die Elefantenzahlen von 2007 bis 2014 um mindestens 30 % oder 144.000 Tiere gesunken waren.

Warum gibt es einen zunehmenden Konflikt zwischen Menschen und Elefanten?

Umfragen haben gezeigt, dass die Reichweite der Elefanten – wie weit die Elefanten reisen – sich erweitert hat.

Der Direktor der Abteilung für Wildtiere und Nationalparks, Otisitwe Tiroyamodimo, sagte, es seien viele Faktoren beteiligt, darunter der Klimawandel.Wir begannen zu sehen, dass sich die Vegetation verschlechterte, sobald der Regen nachliess und die Elefanten dann auf natürliche Weise ausserhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets wanderten, weil sie nur sehr wenig Wasser und nur wenig Futter fanden, sagte er.


Wir begannen zu sehen, dass sich die Vegetation verschlechterte, sobald der Regen nachliess und die Elefanten dann auf natürliche Weise ausserhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets wanderten, weil sie nur sehr wenig Wasser und nur wenig Futter fanden, sagte er.


Otisitwe Tiroyamodimo

„Die Anzahl der Elefanten hat zugenommen – gleichzeitig ist auch die Bevölkerung gestiegen und es besteht Bedarf an mehr Land. Durch die Entwicklung der Infrastruktur sind auch die Elefanten gewandert.“

Die jüngsten Erhebungen über Wildtiere im Norden von Botswana deuten jedoch darauf hin, dass ihre Zahl nicht steigt, wie viele Landbewohner vermuten.

Diejenigen, die in der Nähe von Elefanten leben, befürworten die Wiedereinführung der Jagd, da die Anzahl der Konflikte seit der Einführung des Verbots zugenommen hat.

Elefanten können sehr zerstörerisch sein, wenn sie in Ackerland eindringen und durch Dörfer ziehen – Ernten zerstören und manchmal Menschen töten.

Zivilisierte Entwicklungshilfe

Da im Oktober Wahlen sind, muss die Regierung die Aufhebung des Jagdverbots abwägen, um ländliche Stimmen zu gewinnen, ohne negative Auswirkungen, die Botswana als Luxussafari-Reiseziel auf internationaler Ebene hat, zu provozieren.

Den Jagdeinnahmen von 20 Millionen Dollar standen 2013 Einnahmen aus Fotosafaris in Höhe von 350 Millionen Dollar entgegen. In Botswana stirbt kein Löwe, weil ein Jäger sein Ego befriedigen muss. Aussterben müssen die Grosskatzen dort dennoch nicht. Dies macht das Land zum Problem für die Jägerlobby. Als Grund für das Jagdverbot ab 2014 nannten die damalige Regierungen, dass die Bestände vieler bejagter Arten rückläufig seien und dass sie zukünftig auf naturverträglichen Fototourismus setzen wollen. In Botswanas Okavango-Delta schafft der Fototourismus 39 Mal mehr Jobs als die Jagd. Der Fototourismus erwirtschaftet Milliardenbeträge und schafft eine Vielzahl an Arbeitsplätzen für die Menschen vor Ort in Afrika.

Die Behauptung, die Trophäenjagd diene dem Artenschutz und der Entwicklungshilfe, entpuppt sich bei genauem Hinsehen schnell als heuchlerische Propaganda aus dem versifften Jägermilieu.

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