Wildtiere

Blinkende Pfosten sollen Wildtiere schützen und Autofahrer warnen

Befindet sich ein Wildtier in der Nähe der Randleitpfosten, beginnen die orangen Lichter zu blinken.

Im Kanton Zürich gibt es zu viele Verkehrsunfälle mit Wildtieren. Deshalb testet der Kanton eine neuartige Wildtierwarnanlage: Blinkende Pfosten sollen nicht das Wild vom Überqueren der Strasse abhalten, sondern die Autofahrer zum Anpassen ihres Fahrstils bringen.

Im Kanton Zürich wurden 2017 rund 4500 Verkehrsunfälle mit Wildtieren registriert. Diese Unfälle verursachten Kosten in der Höhe von rund sieben Millionen Franken pro Jahr, wie die Baudirektion am Montag mitteilte. Diese Zahlen sollen sinken – und das, obwohl die Zahl der Verkehrsteilnehmer auf Zürichs Strassen pro Jahr um 10’000 steigt.

Präventionsmassnahmen, die Wildtiere mit Licht-, Ton- oder Geruchssignalen von der Strasse fernhalten sollen, zeigen oft nur mässigen Erfolg, weil sich die Tiere mit der Zeit daran gewöhnen. Gemäss neuesten Erkenntnissen zeigen Systeme mehr Wirkung, welche die Verkehrsteilnehmer vor Wildtieren in Strassennähe warnen.

Tempo reduzieren, wenn es blinkt

Beim Wildtierwarnsystem, das ab März an vier Kantonsstrassen zum Einsatz kommt, werden Wildtiere, die sich der Strasse auf weniger als rund 30 Meter nähern, von Sensoren erfasst, die an den Randleitpfosten montiert sind.

Die ebenfalls an den Pfosten angebrachten orangen Blinklichter machen die Verkehrsteilnehmenden dann auf die mögliche Gefahr aufmerksam. Bei blinkenden Randleitpfosten muss das Tempo reduziert werden.

Auf den vier rund 500 Meter langen Teststrecken werden beidseitig an den Randleitpfosten Module mit den entsprechenden Sensoren und Blinklichtern montiert. Eine Signalisationstafel «Elektronische Wildwarnanlage» macht die Verkehrsteilnehmenden auf die Teststrecke aufmerksam.

Die Wildwarnanlagen befinden sich ab 11. März im Sihltal zwischen Sihlwald und Sihlbrugg sowie in Nürensdorf zwischen Nürensdorf und Breite. Ab 25. März sind auch die beiden Anlagen in Wil ZH zwischen Hüntwangen und der Grenze zu Deutschland sowie in Truttikon zwischen Truttikon und Schlatt in Betrieb.

Bayern testet identisches Wildwarnsystem

Ab Februar 2019 wird auf vier Pilotstrecken in den Landkreisen Schweinfurt, Wunsiedel und Erding/Landshut ein neues Warnsystem getestet, das Wildtiere am Strassenrand erkennt und Autofahrer durch Lichtsignale vorwarnt. Auf diese Weise wollen Reichhart und Innenstaatssekretär Gerhard Eck für mehr Sicherheit auf Bayerns Strassen sorgen.

Dreijähriger Test

Mit neuen Techniken können wir unser Leben einfacher und sicherer machen. Auch „AniMot“ bietet einen neuen Ansatz, um Wildunfälle zu verhindern. Auf verschiedenen Strecken in Bayern wollen wir das System auf den Prüfstand stellen und nach Abschluss der Testphase evaluieren, ob die Zahl der Wildunfälle zurückgegangen ist.


Verkehrsminister Reichhart

Verkehrsminister Reichhart wird die Bayerische Strassenbauverwaltung das Wildwarnsystem des Start-Ups „AniMot“ zunächst drei Jahre lang testen lassen: Als Teststrecken dienen die B 303 zwischen der Anschlussstelle Schonungen und Waldsachsen (Lkr. Schweinfurt), die St 2176 zwischen Marktleuthen und Höchstädt (Lkr. Wunsiedel) und die St 2177 zwischen Röslau und Neudes (ebenfalls Lkr. Wunsiedel) sowie die B 15 zwischen Hohenpolding (Lkr. Erding) und Kaltenbrunn (Lkr. Landshut). Eine Ankündigungstafel am Strassenrand wird die Verkehrsteilnehmer auf das Pilotprojekt hinweisen.

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Warnung statt Abschreckung

Innenstaatssekretär Eck verspricht sich von dem Projekt wertvolle Erfahrungen, um die Wildunfallzahlen zu senken: „Unser Ziel ist, die Fahrzeugführer im Gefahrenfall rechtzeitig zu warnen, damit sie durch eine angepasste Fahrweise einen Zusammenstoss mit querenden Wildtieren verhindern können.“ Denn anders als andere Wildwarnsysteme setzt AniMot nicht auf eine Abschreckung der Tiere, sondern auf eine effiziente Warnung der Autofahrer. Ein kleines Gerät am Strassenleitpfosten überwacht das Gebiet rund um die Strasse und aktiviert eine integrierte gelbe Warnlampe, sobald es Wildtiere am Strassenrand erkennt. Gleichzeitig sendet AniMot eine Warnung an die Module der benachbarten Leitpfosten, die ebenfalls aufleuchten. Verkehrsteilnehmer werden so bereits in ausreichender Entfernung gewarnt und daran erinnert, langsam und vorausschauend zu fahren.

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