Wildtiere

Bartgeierküken im Tessin geschlüpft

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Im Tessin konnte erstmals ein brütendes Bartgeierpaar festgestellt werden.

Das meldet Ficedula, die Vogelschutzorganisation der Italienischen Schweiz. Das Brutpaar wurde anfangs Dezember entdeckt. Dank der sorgfältigen Überwachung konnte bestätigt werden, dass vor wenigen Wochen ein Küken geschlüpft ist.

Aufgrund der Jagd waren Bartgeier vollständig aus den Alpen verschwunden. Im Tessin wurde der letzte Vogel, eine junges Weibchen, mit einer Falle gefangen und 1869 getötet worden.

Dank eines Wiederansiedlungsprojekts, das in den 1980er Jahren begann, hat dieser prächtige Geier vor etwa zwanzig Jahren wieder in den Alpen zu nisten angefangen.

Seit 2017 koordiniert Ficedula in Zusammenarbeit mit der Pro Gipeto Foundation die jährliche Zählung der Vögel im Tessin, die im Oktober gleichzeitig über den gesamten Alpenbogen durchgeführt wird. In den letzten Jahren haben über 100 Mitarbeiter im gesamten Sopraceneri an dieser Aktivität teilgenommen. Wie erwartet, wurde dank Teamwork Anfang Oktober endlich das erste Nest auf dem Tessiner Boden entdeckt! Das Bartgeierpaar hat den Bau des Nestes abgeschlossen, das sich an einem unzugänglichen Punkt befindet, der vor dem Schnee geschützt ist. Das Innere des Nestes ist vollständig mit Schafwolle bedeckt; Der Bartgeier wurde in der Tat auch «Geier der Lämmer» genannt, weil er die Gewohnheit hatte, die Wolle toter Schafe zu verwenden, um das Nest zu säumen. Der Bartgeier ist in Wirklichkeit kein Beutegreifer, sondern ernährt sich ausschliesslich von Aas und Knochen. Die Eiablage erfolgt häufig beim ersten grossen Schneefall. 

Hoffnung auf den Sommer

Nun ist es wichtig, dass die Altvögel das Jungtier in Ruhe aufziehen können. Zum Schutz der störungsempfindlichen Bartgeier werden deshalb auch keine weiteren Angaben zum Standort des Horstes gemacht. Bis der Jungvogel zum ersten Mal abhebt, ist es noch ein weiter Weg. Wir hoffen, im Sommer über die erste erfolgreiche Tessiner-Brut nach mehr als 150 Jahren berichten zu können.

Jetzt müssen wir geduldig warten und wenn alles gut geht, wird der „kleine“ Bartgeier im späten Frühjahr 2021 abheben.

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