Wildtiere

Rindertuberkulose: Schweizer Hirsche sind frei

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Rothirsche in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein sind frei von der ansteckenden Krankheit Rindertuberkulose. Gemäss einer Studie zeigten die bisher getroffenen präventiven Massnahmen Wirkung.

Dass die Sicherheitsvorkehrungen gegen Rindertuberkulose greifen, offenbart eine neue Studie, die im Auftrag des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sowie des Kantons Graubünden und des Fürstentums Liechtenstein erstellt wurde. Die Regulation von Rothirschbeständen, ein Fütterungsverbot und die Biosicherheit bei den Nutztieren blieben zentral, teilte das BLV mit.

Gefährdung für Mensch und Tier durch Rindertuberkulose

Seit Jahren ein Thema ist die Rindertuberkulose beim Rotwild in den österreichischen Bundesländern Vorarlberg und Tirol. Der Erreger beim Wild in Vorarlberg stelle eine Gefährdung für Mensch und Tier dar, hiess es. Vereinzelt sei es dort zu Ansteckungen bei Rindern gekommen.

Tuberkulose ist eine chronische, bakterielle Infektionskrankheit, die Mensch und Tier befällt. Seit Jahren wird der Erreger Mycobacterium caprae beim Rotwild im alpinen Raum im Grenzgebiet von Deutschland und Österreich festgestellt.

Die Krankheit beim Tier  

Beim Rind kann die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Anzeichen der Krankheit Monate bis Jahre dauern. In einer späten Phase der Erkrankung zeigt sich die Tuberkulose bei Rindern als chronisch-auszehrende Krankheit mit vergrösserten Lymphknoten, Fieberschüben, Milchleistungsrückgang und Abmagerung. Diese Symptome können aber auch bei anderen Krankheiten auftreten. Ohne Abklärung im Labor kann die Diagnose Rindertuberkulose nicht abschliessend gestellt werden.

Wildtiere (vor allem Rotwild, Schwarzwild und Dachse) können sogenannte „Reservoire“ der Tuberkuloseerreger sein. Das heisst, die Krankheit kann sich zum Teil unbemerkt über lange Zeit in den freilebenden Populationen erhalten und so immer wieder zu Ansteckungen bei Rindern führen. Eine Übertragung von Tuberkuloseerregern zwischen Wildtieren und Rindern ist in beide Richtungen durch direkten Tierkontakt oder durch verunreinigtes Wasser oder Futter möglich.

Was tun?  

Die Bekämpfung der Rindertuberkulose ist eine langwierige Angelegenheit. Die Krankheit wird häufig lange nicht erkannt und kann am lebenden Tier nicht sofort und eindeutig diagnostiziert werden.

Die Tuberkulose ist eine auszurottende und somit meldepflichtige Tierseuche. Wer Tiere hält oder betreut, muss Verdachtsfälle dem Bestandestierarzt oder der Bestandestierärztin melden.

Ganz wichtig für die Überwachung der Tuberkulose sind die Fleischkontrollen in den Schlachthöfen. Diese Kontrollen sind gesetzlich geregelt und werden von den kantonalen Vollzugsorganen durchgeführt. Der Fleischschauer entnimmt Tieren mit verdächtigen Anzeichen von Tuberkulose Proben und lässt diese im Labor untersuchen.

Die Ausbreitung der Rindertuberkulose bei Wildtieren im alpinen Raum wird ebenfalls vermehrt überwacht. Jägerinnen, Jäger, Wildhüterinnen und Wildhüter sind nach der Tierseuchengesetzgebung verpflichtet, verdächtige Veränderungen bei Wildtieren, die auf Tuberkulose hindeuten, einer amtlichen Tierärztin oder einem amtlichen Tierarzt zu melden.

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Die Artikel auf der Website der IG Wild beim Wild sind von und mit den Mitarbeitern von der IG und weiteren Co-Autoren als auch von Dritten.

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