Volvo entfernt alle aus Kühen gewonnenen Materialien, angefangen mit Leder, aus seinen Fahrzeugen, um einen neuen, tierfreundlichen und nachhaltigen Standard in der Automobilindustrie zu setzen.

Volvo Cars engagiert sich für den Tierschutz als Teil seines Weges zu einem nachhaltigeren Automobilunternehmen. Den Anfang macht der neue C40 Recharge, ein elektrisches Crossover-Coupé-SUV, das komplett lederfrei ist. Bis zum Jahr 2030 will Volvo nur noch Elektroautos mit lederfreier Innenausstattung verkaufen. Dies ist Teil seines Ziels, bis 2040 ein Kreislaufunternehmen zu werden. Volvo hat zwar schon früher angekündigt, Leder aus seinen Innenräumen zu entfernen, geht aber noch einen Schritt weiter, indem es sich aktiv darum bemüht, Nebenprodukte aus der Rinderindustrie zu eliminieren, die nach eigenen Angaben für einen Grossteil der 14 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, die von der Tierhaltungsindustrie verursacht werden.

Als fortschrittlicher Automobilhersteller liegt es in unserer Verantwortung, uns mit allen Bereichen der Nachhaltigkeit zu befassen – nicht nur mit den Kohlenstoffemissionen„, sagte Stuart Templar, Volvo Director of Global Sustainability. „Wir sind fest entschlossen, Lösungen für eine nachhaltigere Zukunft zu finden, um die Sicherheit der zukünftigen Generationen unseres Planeten zu schützen.“ Während der Autohersteller seine Beziehungen zur Viehzuchtindustrie kappt, werden Volvo-Fahrzeuge weiterhin Wollmischungen von „Lieferanten anbieten, die für eine verantwortungsvolle Beschaffung zertifiziert sind„.

Volvos Tierschutzverpflichtungen orientieren sich an den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, insbesondere an Ziel Nummer 12 (Sicherstellung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster) und Ziel Nummer 15 (Schutz der biologischen Vielfalt und aller Lebewesen). Bis 2025 strebt Volvo an, dass 25 % der Materialien in neuen Volvo-Modellen aus recycelten und biobasierten Inhalten bestehen und dass alle unmittelbaren Zulieferer, einschliesslich der Materiallieferanten, innerhalb dieses Zeitrahmens 100 % erneuerbare Energien nutzen.

Als zweckorientiertes Unternehmen möchte Volvo Cars alle Bereiche der Nachhaltigkeit ansprechen, und unser Bestreben, Tiere zu schützen, ist Teil unseres ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatzes„, sagte Templar. „Es ist auch ein wichtiges ethisches Thema, ein gesellschaftlicher Wert, der von der Öffentlichkeit und den Verbrauchern weltweit stark unterstützt wird.

Volvo wird lederfrei

Anstelle von Leder wird Volvo eine Reihe von tierfreien Materialien erforschen, wie z. B. Nordico, ein neues Innenraummaterial, das in der nächsten Generation von Volvo-Modellen eingeführt wird. Dieses von Volvo entwickelte neue Textilmaterial wird aus recycelten Materialien wie PET-Flaschen, biologisch angebautem Material aus nachhaltigen Wäldern in Schweden und Finnland und recycelten Korken aus der Weinindustrie hergestellt.

Mit diesen Änderungen will Volvo einen Nachhaltigkeitsstandard für den Rest der Automobilindustrie setzen und sein Unternehmen in einer Zeit wettbewerbsfähig halten, in der die Verbraucher nach allen Arten von tierfreien Produkten und Dienstleistungen suchen. „Unsere Ambitionen im Bereich Tierschutz und Nachhaltigkeit, einschließlich der Umstellung auf lederfreie Produkte, beruhen auch auf einem veränderten Kundenverhalten„, sagte Templar. „Wir sehen in den meisten unserer Schlüsselmärkte einen wachsenden Trend in der Nachfrage der Verbraucher nach nachhaltigeren Materialien und insbesondere nach Alternativen zu Leder, da sie sich Sorgen um den Tierschutz und die negativen Umweltauswirkungen der Viehzucht machen. Wir teilen diese Bedenken und möchten daher einen Beitrag zur Reduzierung der Nachfrage nach Leder leisten.

Autohersteller verzichten auf Leder

Volvo gehört zu einer wachsenden Zahl von Autoherstellern, die damit begonnen haben, lederfreie Innenausstattungen anzubieten, um ihren Kunden und dem Planeten besser zu dienen. Im Jahr 2015 forderten Tesla-Aktionäre das Unternehmen auf, lederfreie Optionen anzubieten, was es später im selben Jahr in Form der „veganen ultraweissen“ Innenausstattung des Model X umsetzte. 2016 weitete das Unternehmen diese Option auf alle seine Modelle aus und begann mit der Arbeit an einem lederfreien Lenkrad – dem einzigen Teil, das zuvor nicht lederfrei bestellt werden konnte. Im Jahr 2019 entfernte Tesla das letzte Stück Rindsleder vom Lenkrad des Model 3 und machte damit ein komplett lederfreies Fahrzeug möglich.

Andere Autohersteller wie Audi, BMW und Volkswagen haben ebenfalls lederfreie Konzepte erprobt. Ähnlich wie Volvo hat sich auch der britische Autohersteller MINI Anfang des Jahres verpflichtet, im Sinne der Nachhaltigkeit auf Leder in seinen künftigen Modellen zu verzichten. „Wir brauchen in Zukunft kein Leder mehr, weil wir glauben, dass es nicht nachhaltig ist„, sagte MINI-Designchef Oliver Heilmer gegenüber Autocar.

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