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Pflanzliche Getränke sollen in das EU-Schulprogramm

Das EU-Schulprogramm unterstützt die Abgabe von Obst, Gemüse, Milch und bestimmten Milcherzeugnissen an Kinder.

Die Kommission wird das EU-Schulprogramm sowie die Massnahmen zur Festsetzung dieser EU-Beihilfen überprüfen und dabei auf den Erkenntnissen aus der Umsetzung seit 2017 aufbauen. Die Überprüfung wird dazu beitragen, den nachhaltigen Lebensmittelkonsum im Einklang mit der „Farm to Fork“-Strategie zu fördern.

Über das EU-Schulobst-, -gemüse- und -milchprogramm gibt die EU pro Schuljahr bis zu 90,1 Millionen Euro für die Verteilung von Milch an Schulkinder aus. Derzeit sind pflanzliche Milchalternativen, z. B. aus Soja, Hülsenfrüchten, Samen, Nüssen oder Getreide, nicht in das Schulprogramm einbezogen, obwohl angereicherte pflanzliche Getränke in Bezug auf die Nährstoffdichte ähnlich gut abschneiden wie Milchprodukte. Außerdem haben sie geringere Umweltauswirkungen als Kuhmilch.

Das Schulprogramm wurde entwickelt, um den Verbrauch von Milcherzeugnissen zu steigern. Heute wissen wir, dass die Tierhaltung für 70 % der Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft verantwortlich ist. Die Tierhaltung hat auch negativere Umweltauswirkungen auf die biologische Vielfalt, die Abholzung der Wälder, die Verschlechterung der Bodenqualität und die Verschmutzung von Wasser und Luft als andere Formen der Landwirtschaft. Darüber hinaus wächst bei den europäischen Bürgern die Sorge um den Tierschutz. Milchkühe können über lange Zeiträume in Ställen gehalten werden und ihre Kälber müssen von ihnen getrennt werden, was zu Stress führt.

Trotz der negativen Auswirkungen auf die Umwelt und das Wohlergehen der Tiere wird Kuhmilch in öffentlichen Kantinen immer noch häufig als Standardgetränk angeboten. Durch die Einbeziehung von Getränken auf pflanzlicher Basis können Schulkinder die Möglichkeit erhalten, sich mit Milchalternativen vertraut zu machen, die z. B. auf Hafer, Erbsen oder Soja basieren und den Grundstein für eine gesunde, nachhaltige Ernährung legen können.

Milcherzeugnisse aus intensiver Landwirtschaft sollten im Rahmen des Schulprogramms nicht mit öffentlichen Mitteln gefördert werden. Stattdessen sollte das Schulprogramm die Landwirte bei der Umstellung auf ökologische Erzeugung und besseren Tierschutz unterstützen. Die Milch, die noch in das Schulprogramm aufgenommen wird, sollte nur aus ökologischer Erzeugung stammen und dazu beitragen, dass das im Öko-Aktionsplan festgelegte Ziel erreicht wird, bis 2030 mindestens 25 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche in der EU ökologisch zu bewirtschaften.

Im Rahmen der EU-Strategie „Vom Erzeuger zum Verbraucher“ und der Umstellung auf eine gesunde, nachhaltige Ernährung hat die Europäische Kommission eine öffentliche Konsultation zur Überarbeitung der Schulregelung eingeleitet. Dies ist die Gelegenheit, die Europäische Kommission aufzufordern, pflanzliche Getränke in das Schulprogramm einzubeziehen und vorzuschreiben, dass die Kuhmilch, die noch im Rahmen der Regelung gekauft wird, aus biologischem Anbau stammt.

Die öffentliche Konsultation läuft bis zum 28. Juli 2022 um Mitternacht.

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