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Leder: Grenzenlose Grausamkeit

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie anziehen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
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Grenzenloses Leid für Leder: In der heute ausgestrahlten ZDF-Sendung „37 Grad“ zeigen Aufnahmen von Manfred Karremann, wie Rinder, Schafe und andere Tiere für die Lederindustrie um die halbe Welt transportiert und anschliessend getötet werden. 

Inmitten ihres eigenen Kots müssen sie dicht zusammengedrängt teils wochenlang auf den Schiffen und Lkws ausharren. Während der Transporte verletzen sich viele Tiere oder trampeln sich gegenseitig tot. Auf den offenen Anhängern sind sie mitunter extremer Hitze oder Kälte ausgesetzt; ausreichend Nahrung und Wasser haben sie nicht zur Verfügung. Nach der Ankunft in Ländern wie der Türkei oder dem Libanon werden ihnen ohne Betäubung die Kehlen durchgeschnitten. Ihre Häute gelangen zurück nach Europa und so als Leder für Schuhe, an Kleidung oder Möbeln auch in Schweizer Geschäfte. PETA appelliert an alle Verbraucher, sich beim Einkauf für lederfreie Materialien zu entscheiden.

Es gibt keinen Grund, die Haut anderer Lebewesen zu tragen – die erschütternden Bilder zeigen wieder einmal, dass der Preis zu hoch ist. Wer Lederprodukte kauft, unterstützt die Höllenfahrten in ferne Länder und nimmt in Kauf, dass Tiere nach dieser Tortur betäubungslos getötet werden. Die Auswahl an moderner, lederfreier Kleidung, Schuhen und Taschen ist schier endlos – wer Herz hat, trägt kein Leder.“

Johanna Fuoss, Fachreferentin für Bekleidung und Textil bei PETA.

Neues Videomaterial deckt Tierquälerei in der Lederindustrie auf

Karremanns Aufnahmen zeigen, wie brasilianische Rinder wochenlang auf Schiffen in die Türkei und anschliessend auf Lkws weiter in den Irak transportiert werden. Eine andere Route führt von Frankreich über Bulgarien bis in die Türkei. Im Zuge der Recherche konnten auch Rinder aus Deutschland und Österreich bis in libanesische Schlachthöfe verfolgt werden. Kommen die Tiere mit kot- und urinverklebtem Fell im Zielland an, sind manche von ihnen so schwach oder verletzt, dass sie nicht einmal mehr eigenständig stehen können. Sie werden an einem einzelnen Bein hängend mit Kränen von Bord gehievt, wobei Beine der Tiere brechen und ihre Gelenke schmerzhaft auskugeln können. Die Rinder und Schafe werden anschliessend im Schlachthaus zu Boden gedrückt, teilweise gefesselt und ihre Kehlen mit einem Messer aufgeschnitten – meist ohne Betäubung. Aufnahmen zeigen, wie Arbeiter Schafe zum Ausbluten auf einen Haufen werfen, während die Tiere noch um sich treten.

Leder unweigerlich mit Tierleid verbunden – auch in der Schweiz

Auch in europäischen Schlachthöfen werden Tiere oftmals bei vollem Bewusstsein getötet, weil die Betäubung fehlschlagen kann. Doch ganz gleich, welche Betäubungsmethode zum Einsatz kommt: Die Tiere sind während der Transporte, dem unfreiwilligen Gang in das Schlachthaus und der Tötung immer extremem Stress, Schmerzen und Todesangst ausgesetzt. Obwohl es illegal ist, werden häufig selbst kranke und verletzte Tiere gewaltsam bis in den Schlachthof transportiert. „Die vorsätzliche Tötung schwangerer Tiere ist in Europa verboten, doch in Ländern wie China gilt die Haut ungeborener Kälber sogar als besonders wertvoll und landet über den globalen Handel unter dem Begriff ‚Slunk‘ auch in Europa“, so Fuoss.

Millionenschwere Industrie mit fatalen Folgen für die Umwelt

Für Leder werden jährlich mehr als 1,4 Milliarden Rinder, Ziegen, Schafe und Millionen weitere Tiere getötet. Bereits 2018 wurden 900 000 Rinder und knapp 281 000 Schafe lebend aus Ländern wie Deutschland, Frankreich, Brasilien und Österreich in die Türkei importiert. Deutschland ist nach Russland der zweitgrösste Abnehmer türkischer Lederwaren. Fuoss mahnt: „Leder ist mit unsäglicher Tierquälerei verbunden und obendrein eines der umweltfeindlichsten Produkte der Welt.“ Für Weideflächen der Rinder und die Futtermittelproduktion werden täglich Regenwälder gerodet; zudem tragen die methanhaltigen Ausscheidungen der Tiere massiv zur Klimaproblematik bei. Noch dazu werden bei der Gerbung zahlreiche Chemikalien wie Chrom eingesetzt – eine Gefahr für die Natur und auch für Menschen, denn häufig sind Endprodukte wie Taschen oder Kleidung mit dem krebserregenden und allergieauslösenden Schwermetall Chrom VI belastet.

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