Vegan

Agrar-Lobby wollten vegane Produkte zensieren

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Nachdem die Begriffe „Milch“ und „Käse“ für pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten bereits verboten sind, sollte ein EU-Änderungsantrag die Restriktionen nun noch ausweiten. 

Der 2020 von der Mehrheit des EU-Parlaments beschlossene Antrag 171 sah vor, unter anderem beschreibende Bezeichnungen wie „Milchalternative“ oder „vegane Alternative zu Joghurt“ zu verbieten. Am 21.5.2021 wurde er bei den Trilog-Verhandlungen von Europäischer Kommission, dem Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament diskutiert und das Parlament zog ihn zurück. PETA kritisiert, dass überhaupt über Begriffe für umweltschonende vegane Lebensmittel debattiert wird. Die Tierrechtsorganisation fordert nun die Europäische Union auf, stattdessen die irreführende Werbung der tierausbeutenden Industrie in den Fokus zu rücken und zu untersagen.

Die Milchlobby wirbt häufig mit Bildern von scheinbar glücklichen Kühen auf grünen Wiesen, während die Tiere meist in Ställe eingesperrt sind, gegen ihren Willen künstlich geschwängert und ihre Kinder ihnen kurz nach der Geburt entrissen werden. Vor diesem Hintergrund ist es fast schon zynisch, dass Agrarverbände aus der Milchindustrie das geplante Verbot von nützlichen Begriffen für vegane Produkte mit ‚Verbrauchertäuschung‘ rechtfertigen. Der Änderungsantrag war nur ein erneuter Versuch der Milchlobby, das rasante Wachstum des Markts für vegane Produkte durch absurde Verbote zu bremsen.

Bettina Eick, PETAs Fachreferentin für Ernährung

Hätten die EU-Instanzen dem Änderungsantrag zugestimmt, wären selbst wissenschaftlich fundierte Aussagen wie „die Hälfte der CO2-Emissionen von Butter“ sowie bildlich dargestellter Milchschaum auf veganen Verpackungen nicht mehr erlaubt gewesen. Sogar wichtige Hinweise zu Allergenen, etwa „laktosefrei“, wären weggefallen.

Leid der Kühe in der Milchindustrie

Genau wie Frauen sind Kühe in der Regel neun Monate lang schwanger. Nach der Geburt produzieren Kühe etwa zehn Monate lang Milch in einer Menge, die für den jeweiligen Agrarbetrieb wirtschaftlich ist. Damit der Milchfluss konstant hoch und damit profitabel bleibt, werden sie jedes Jahr aufs Neue unter Zwang künstlich besamt. In den sogenannten Kälberboxen bekommen die Jungtiere meist unnatürliche Ersatznahrung: Die männlichen Kuhkinder werden häufig nach nur wenigen Monaten im Schlachthaus getötet und als Kalbfleisch verkauft. Oder sie werden zur billigeren Mast ins Ausland verkauft, sodass sie gezwungen sind, qualvolle Transporte über sich ergehen zu lassen. Weibliche Tiere hingegen werden – genau wie ihre Mütter – für die Industrie ausgebeutet. Sobald ihre Körper ausgezehrt sind und ihre „Milchleistung“ nach etwa fünf Jahren nachlässt, werden auch sie – oft mit unzureichender Betäubung – im Schlachthaus getötet. Ihre natürliche Lebenserwartung liegt bei rund 20 Jahren.

Milch hat aus Umweltschutzsicht eine verheerende Bilanz

Die Produktion tierischer Produkte ist eine der Hauptursachen des Klimawandels – zudem werden für Weideflächen und Nahrung der ausgebeuteten Tiere Regenwälder gerodet. Ein Liter Kuhmilch erfordert zwölf Mal mehr Landnutzung als die gleiche Menge Pflanzenmilch und verursacht dreimal so viele Treibhausgasemissionen. Butter gilt sogar als klimaschädlichstes Lebensmittel. Zusätzlich stossen die Tiere Methangas aus, das für das Klima noch schädlicher ist als CO2. Den Vereinten Nationen zufolge ist der globale Umstieg auf die vegane Ernährung notwendig, um den schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken. Studien zeigen, dass schon ein weitgehender Umstieg auf rein pflanzliche Lebensmittel die weltweit durch Nahrung verursachten Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um 70 Prozent senken könnte.

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